Aachen - Rosenmontag in Aachen: D’r Öcher Fastelovvend erobert die Welt

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Rosenmontag in Aachen: D’r Öcher Fastelovvend erobert die Welt

Von: Stephan Mohne
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Massenhaft Jeckerei: Mehr als 200.000 Zuschauer bildeten die prächtige Kulisse für den Rosenmontagszug mit seinen mehr als 4000 Teilnehmern. Foto: Andreas Steindl
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Prinz Mike I. überhäufte sein jeckes Volk mit Kamelle. Foto: Andreas Steindl
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Brachte den Öcher Fastelovvend live via Internet in alle Welt: das AZ-Videoteam mit (v.l.) Stephan Kreutz, Ines Kunat und Björn Hellmich. Foto: Andreas Steindl
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Die Extraportion Stimmung: Volontärin Katharina Menne und Redakteur Robert Esser. moderierten den Zug am Theaterplatz. Foto: Andreas Steindl
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Am Ende räumte die Stadtreinigung auf. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Von Hückeswagen bis Havanna, von Buxtehude bis Bangkok, von Wladiwostock bis Weimar musste die Welt bislang auf dieses Spektakel verzichten. Aber jetzt: Von Oberpfaffenhofen bis Ontario, von Oer-Erkenschwick bis Oslo und von Unterschleißheim bis Utrecht erobert d’r Öcher Fastelovvend die ganze Welt. Von einem kleinen Fleckchen Erde namens Theaterplatz aus bahnt sich das digitale Signal seinen Weg durch die Glasfasern in alle Herren Länder.

Erstmals überträgt unsere Zeitung den phänomenal-fantastischen, fulminant-fabulösen, sensationell-superjecken Rosenmontagszug va os Heämetstadt bis zum Nord- und bis zum Südpol. Und Tausende feiern – egal, wo sie gerade sind – an Laptops und Smartphones mit. So erreichen blitzschnell nicht nur sonnige Grüße aus Mallorca und sogar der Dominikanischen Republik die Öcher Heimat.

Petrus pustet die Wolken weg

Aber warum in die Ferne schweifen? Das Gute liegt an diesem Höhepunkt der tollen Session doch so nah. Also strömen 220.000 Jecke von groß bis klein und von jung bis alt an die lange Strecke vom Adalbertsteinweg bis zum Templergraben. Auch die himmlischen Kräfte mischen sich ein und Petrus pustet pünktlich zum Startschuss die Wolken über dem närrischen Talkessel weg. Muss ja auch so sein, schließlich fangen Alaaf und Amen mit dem selben Buchstaben an.

Und auch ein himmlischer Wagen rollt diesmal ganz irdisch dörch Oche. Dompropst Manfred von Holtum und Co. haben das Messgewand gegen das Kostüm getauscht und schaufeln Kamelle statt Hostien unters Volk. Anlässlich des diesjährigen großen Jubiläums „40 Jahre Weltkulturerbe Aachener Dom“ hat sich das Domkapitel auf Einladung des Festausschusses Aachener Karneval (AAK) in den närrischen Lindwurm eingereiht – inklusive einer Fußgruppe aus „lebendigen Steinen“. Eine jecke Premiere.

Insgesamt bejubeln unter anderem am Theaterplatz – von der dortigen „Zaquensistribüne“ aus sorgt auch das AZ-Videoteam mit Ines Kubat, Stephan Kreutz und Social-Media-Manager Björn Hellmich für die wörldweite Übertragung – buntestens kostümierte Jecke fast 170 Gruppen mit mehr als 4000 Teilnehmern auf einer Zuglänge von sechs Kilometern. Sie alle werden auch lautstark von den Moderatoren – AZ-Redakteur Robert Esser und unserer Volontärin Katharina Menne – begrüßt. Dazu gibt es viele Live-Interviews. Mal auf der Bühne und mal direkt auf den Wagen selbst. Und es gibt auch sonst einiges auf die Ohren und für die Augen.

Die 4 Amigos singen zu ihrem 2 mal 11-Jährigen erstmals auch von einem eigenen Wagen aus – was natürlich für extrem gute Stimmung sorgt. Sambistas hauchen dem winterlichen Aachen ein Stück heißes Copacabana-Flair ein. Die ganz großen Gesellschaften fahren buchstäblich so ziemlich alles auf, was sie haben – vom riesigen Festwagen über die Reiterabteilungen bis zur donnernden Kanone. Und die kleinen Fußgruppen mit ihren ausgefallenen Ideen und liebevoll kreierten Kostümen versprühen echten Öcher Fastelovvendscharme.

Und als sie alle vorbeigezogen sind, darf das i-Tüfelchen am Ende natürlich nicht fehlen. Und das ist – ganz traditionell – seine Tollität. Mike I. lässt zusammen mit seinem Hofstaat gleich kübelweise Klömpchere auf seine närrischen Untertanen herabregnen. Die tolle Truppe – für die dieses jecke Märchen nun so langsam seinem Ende entgegengeht – reiht sich wie schon jene im Vorjahr ganz vorne in der Beliebtheitsskala ein.

Als der Prinzenwagen am Theater um die Ecke biegt und man nur noch seine Rücklichter sieht, da sind seit der „Nummer 1“ des Zuges – dem AAK selber – mehr als vier Stunden vergangen. Und auch diesmal bleibt das Fazit: Wer einmal (beim Fastelovvend) in Aachen war, der findet es wunderbar. Ob nun im Zug, am Straßenrand, am Strand von „Malle“ oder wo auch immer auf der Welt bei letztlich rund 60.000 Aufrufen unserer Live-Übertragung via Internet. Was es heutzutage nicht alles gibt – globalisierte Öcher Jeckerei, wa.

Achja: Wer das Ganze, sich selber oder wie auch immer nochmal sehen will, findet die Aufzeichnung des Zuges hier: 

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