Rosenberger Designpreis: Stühle werden zu Kunstwerken

Von: Nina Krüsmann
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Verleihung „Rosenberger Designpreis“: Die Preisträger (sitzend von links) 3. Mihail Brusilovsky, 2. Fabien Lienin, 1. Silvan Bach, Eva- Maria Heck Sonderpreis mit den Vertretern von Handwerkskammer und Aachener Bank Nicole Tomys, Peter Jorias, Dr. Petronella Prottung (Akademieleiterin) und Claus Niephaus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mit pfiffigen Farben setzen die Stühle von Silvan Bach kraftvolle Akzente. Neben den leuchtenden Farben sind die Möbelstücke auch noch besonders bequem und überzeugten deshalb die Jury beim 6. Rosenberger Designpreis. In der Aachener Bank präsentieren junge Handwerker und Designer derzeit ihre ungewöhnlichen, vor allem aber auch hochwertigen Objekte.

Stühle standen bei den 19 Absolventen der Akademie für Handwerksdesign auf Gut Rosenberg hoch im Kurs. „Die Sitzmöbel sind quasi die Königsklasse und sie sind Herdentiere“, erklärte die Akademieleiterin Dr. Petronella Prottung schmunzelnd. So hätten sich diesmal viele Absolventen dafür begeistert, das perfekte Sitzmöbelstück zu kreieren.

Den mit 1000 Euro dotierten 6. Rosenberger Designpreis gewann Silvan Bach für seine ebenso bequemen wie optisch überzeugenden Sitzschalen mit dem Namen „Steve“. Die Jury aus Vertretern der Aachener Bank, der Handwerkskammer, der Stiftergemeinschaft zur Förderung des Handwerks in der Region und der Akademie bewertete die Stühle als hervorragende gestalterische Arbeit.

„In einem akribisch umgesetzten Entwurfsprozess über Sitzschalen und Materialverformung entwickelte Silvan Bach Möbel, deren Ergonomie und Formdetails er an zahlreichen Modellen immer wieder optimierte. Die Stühle sind sowohl für den Loungebereich als auch für das private Umfeld gedacht“, erklärte Prottung.

Der zweite Preis geht an „Fine Chair“. Bei diesem Armlehnstuhl mit drei Beinen von Tischler und Meisterdesigner Fabien Lienin bilden handwerkliche Präzision und hohe gestalterische Qualität eine Einheit. Er funktioniert in unterschiedlichen Farben und verschiedenen Umgebungen und ist dabei auf die nötigsten Bestandteile reduziert.

Den dritten Preis und damit –ebenso wie Fabien Lienin – 500 Euro Preisgeld erhält der Tischler und Handwerksdesigner Mihail Brusilovsky. Er hat eine Sitzmöglichkeit mit einem ganz besonderen Clou geschaffen: Im öffentlichen Raum kann man auf seiner Metall-Bank mit dem Namen „Clavis“ nicht nur sitzen, das modulare Sitzsystem mit seiner aus dem Kreis entwickelten Form lädt zur Kommunikation ein und ist zusätzlich als Fahrradständer nutzbar. Dieser marktorientierte Nutzen und die Serienfähigkeit war ausschlaggebend für die Juryentscheidung.

„Die Absolventen der Akademie für Handwerksdesign haben als neue Meister- beziehungsweise Handwerksdesigner erstaunliche Ideen entwickelt und nun zum Ende ihres Studiums umgesetzt. Sie erreichen mit der Ausstellung eine breite Öffentlichkeit, können von ihrem handwerklichen Können und fundiertem Gestaltungswissen überzeugen“, freut sich Nicole Tomys, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Aachen.

Und mit ihren extravaganten Möbelstücken könnten die Nachwuchsdesigner, die jetzt karrieremäßig so richtig durchstarten, schnell zum Stadtgespräch avancieren. Ob Holz, Metall, Textil, Glas oder andere Werkstoffe: Das Besondere an den Stücken sei, dass sie nicht nur gestalterisch überzeugten und gefielen, sondern alle ihren praktischen Nutzen hätten.

Eine Wage, die Schutz suggeriert

Der dreijährige Studiengang „Two in one“ vermittelte den Teilnehmern eine angesehene Doppelqualifikation. Sie gewinnen dabei Fertigkeiten in Gestaltung und Kenntnisse in Betriebsmanagement. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, parallel zum Studium in ihrem Gewerk die Meisterprüfung abzulegen und somit Meisterdesigner zu werden. Diesen Abschluss erreichten diesmal insgesamt elf Absolventen, 13 wurden Handwerksdesigner. Und erfreuliche 19 junge Leute stellten sich dem Wettbewerb.

Den Publikumspreis gewann ganz eindeutig Tischlermeisterin und Handwerksdesignerin Eva-Maria Heck: Im Lieblingsstück-Wettbewerb bei der Schau auf Gut Rosenberg stimmten die Besucher klar für ihren „Rückzugsort“. „Mein Place pour moi hat die Form einer Wabe, die Schutz und Geborgenheit suggeriert. Die petrolfarbene Polsterung schafft Frische und anregende Gedanken. Die perforierte Rückwand ist flexibel nutzbar, bittet Steckflächen für eine Kopfstütze, eine Zeitungshalterung, ein Regalbrett und eine Garderobe auf der Rückseite. Mein Rückzugsort ist auch als Raumteiler nutzbar“, erklärt Heck, die sich sehr über die besondere Auszeichnung für ihr Meisterstück freut.

Die Ausstellung der Examensarbeiten ist bis Mittwoch, 26. Juli, jeweils montags und donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr, dienstags und mittwochs von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 13 Uhr in der Aachener Bank an der Theaterstraße 5 zu sehen.

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