Roman „Junge Stiere“: Keine Autobiografie, aber viele Erinnerungen

Von: Peter Schopp
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Stellten die „Jungen Stiere“ vor: (von links) Verleger Guido Bertemes, Autor Hermann-Josef Schüren mit Tochter Estherhase und Buchhändler Dr. Walter Vennen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Bauerndorf am Niederrhein in den 1960er Jahren. Ein Alltag, der geprägt ist von Härte, Sprachlosigkeit und kirchlichen Traditionen. Das ist die Basis, auf der Hermann-Josef Schüren seinen neuen Episodenroman wachsen lässt und der seine Kraft aus diesem autobiografischen Umfeld zieht.

Vielen Lesern in der Region ist Schüren als ein Autor bekannt, der seinen schriftstellerischen Blick vorzugsweise über die Euregio sowie seine niederrheinische Heimat schweifen lässt. So auch in seinem neuesten Werk „Junge Stiere“, welches gerade im Grenz-Echo Verlag erschienen ist.

„Ich betone aber, dass es sich nicht um eine Autobiografie handelt. Nur das dörfliche Umfeld und die damaligen Lebensumstände sind tatsächlich meiner Erinnerung entsprungen. Die Geschichten im Buch enthalten vielmehr Sehnsüchte, die damals unerfüllt blieben. Irgendwie passte ich wohl nicht ganz in diese harte Welt!“

Im gleichen Atemzug stellt er aber klar, dass es sich keinesfalls um eine Abrechnung mit der Vergangenheit handelt. „Ich habe eine behütete Kindheit und ein wunderbares Zuhause gehabt, auch wenn ich mich mit der einen oder anderen Situation nicht anfreunden konnte.“ Beispielhaft nennt er da die Tage, an denen auf dem elterlichen Hof die zuvor aufgezogenen Ferkel zur Schlachtbank getrieben wurden. „Das war nichts für mich.“

Im vorliegenden Roman tritt Schüren gedanklich die Reise in die Vergangenheit an, in der er mit seinen Brüdern das dörfliche Leben aufmischt, in das arbeits- und entbehrungsreiche Dasein auf einem Bauernhof hineinwächst und erkennt, dass sein Weg ein anderer ist. Humorvoll und immer mit einem Zwinkern führt er den Leser durch die Episoden und nimmt doch damals schon wahr, dass die Dorfgemeinschaft zum Sterben verurteilt ist. „Der Strukturwandel, den viele damals nicht wahrhaben wollten oder einfach nicht erkannten, war bereits in vollem Gange.“

Schüren gesteht, dass er zu dem Werk – er hat dreieinhalb Jahre daran gearbeitet – eine andere Beziehung hat als zu seinen bisherigen Veröffentlichungen. „Da merke ich dann doch, dass ich viel Herzblut in die Geschichten investiert habe.“ Dankbar ist er jedenfalls auch für ein Stipendium, welches ihm für diese Arbeit von der Kunststiftung NRW zur Verfügung gestellt wurde.

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