Rollendes Labor gibt spannende Einblicke

Von: Andreas Steindl
Letzte Aktualisierung:
technikumbildeins
Praktischer Bio-Unterricht im Truck: Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Leonhard lobten die „spannenden” Experimentiermöglichkeiten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Immer wieder bleiben Passanten staunend und fragend auf dem Katschhof stehen. Ein überdimensionaler Lkw hat sich da zwischen Dom und Rathaus gestellt. „BIOTechnikum” steht in großen Buchstaben geschrieben. Was schon von außen futuristisch wirkt, erstaunt auch von innen.

Auf über 100 Quadratmetern Fläche befindet sich ein biotechnologisches Labor, eine Ausstellung sowie ein Biotech-Kino. Dem St.-Leonhard-Gymnasium und den Vereinigten Unternehmerverbänden Aachen (VUV) war es mit der Stadt Aachen gelungen, das „Labor auf Rädern” nach Aachen zu holen.

Aufmerksam hantieren Schüler der Oberstufe von St. Leonhard mit Mörser und Pistill, um die DNA von getrockneten Erbsen zu isolieren. Was Schülerin Larissa Legewie einfach nur mit „toll und spannend” beschreiben kann, erklärt ihre Chemielehrerin Rita Ratte genauer: „Ich bin total überrascht von den Bedingungen hier, das ist schon wie in einem Biotechnologielabor”.

Genau das ist es, was sich auch VUV-Bildungsreferentin Petra Pauli von der Aktion erhofft hat: „Das BIOTechnikum ist eine hervorragende Ergänzung unserer Aktivitäten für und mit Schulen. Im Science-Truck können Schülerinnen und Schüler Biotechnologie live erleben und sogar selbst erforschen, zudem erfahren sie hier alles über Berufs- und Studienmöglichkeiten.”

So wie auch Fabian Isensee, der kurz vor seinem Abitur steht und auf jedem Fall in diesem Berufsfeld studieren möchte. „Besonders begabten Schülern vermitteln wir dann auch Workshops” ergänzt Diplom-Biologe Dr. Niklas Nold, der zusammen mit Diplom-Agraringenieurin Dr. Sandra Keller als begleitender Wissenschaftler die Experimente betreut.

Wie in einem richtigen Chemielabor tragen dazu alle weiße Kittel. Doch bevor es losgehen kann, gibt es erst noch eine Sicherheitsbelehrung und die Schülerinnen und Schüler müssen beweisen, ob sie hydrophil (wasserliebend) und lipophil (fettliebend) unterscheiden können und wissen, was Enzyme oder Zellkernmembrane sind. „Wenn sie das nicht können, gehen sie am besten direkt nach Hause”, murmelt denn auch ihre Biologielehrerin Claudia Raddatz, die die ganze Szenerie aus einer Ecke heraus beobachtet und sich selber immer wieder an den „Möglichkeiten auf RWTH-Niveau” im fahrenden Labor erfreut.

Zwischen Tischfermenter, Transilluminator oder Zentrifuge zeigen verschiedene Schautafeln, wie Medikamente entstehen, wie Textilien umweltfreudlich hergestellt werden oder welche wertvollen Rohstoffe aus Pflanzen gewonnen werden können.

Aber nicht nur für diejenigen, die kurz vor ihrem Abitur stehen, bietet das BIOTechnikum etwas, sondern auch für die Jüngsten, die „Biologie” noch nicht mal schreiben können.

So wurde den Kinder der „Sonnengruppe” der KiTa Bergstraße zum Beispiel gezeigt, was man so alles durch ein Mikroskop sehen kann oder das sich im unsichtbaren Atem doch auch sichtbare Bakterien befinden können: „Den Kindern wird hier eine tolle Möglichkeit geboten, Naturwissenschaft hautnah zu erleben, bisher kannten die meisten das ja nur aus dem Fernsehen” ist Dr. Claudia Mourran vom Verein „LifeTec” froh, den Kontakt zum BIOTechnikum hergestellt zu haben.

Bevor der Truck weiter nach Dortmund fährt, informieren die begleitenden Wissenschaftler Dr. Sandra Keller und Dr. Niklas Nold im Gymnasium St. Leonhard alle Interessierten zum Thema „Karrierechance Biotechnologie (Freitag, 12.30 bis 13.15 Uhr).
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert