Rollende „Schikanen” sorgen für Ärger

Von: Robert Flader
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Aachen. So etwas hat wohl auch Herbert Henn in seiner fast 40-jährigen Amtszeit nicht alle Tage erlebt: wütende Anwohner, die ihrem Unmut lautstark und nicht immer sachlich Ausdruck verleihen.

Der Bezirksvorsteher hatte seine liebe Mühe, die erhitzten Gemüter wieder zu beruhigen.

Zum Grund für den Ärger: Die Anwohner der Eckener- und der Nordstraße empören sich über die im vergangenen Jahr von der Verwaltung erteilte Baugenehmigung für eine Auto- und Ersatzteilspedition auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik Chmel. Dies sei ein eindeutiger Verstoß gegen den Bebauungsplan 828, sagen die Anwohner.

Doch damit nicht genug: Die mit Automobilen beladenen Lkw würden eine „unzumutbare Belästigung und gleichzeitig Gefährdung vor allem von Kindern und älteren Menschen” bedeuten, so die einhellige Meinung von etwa 25 aufgebrachten Brandern. Dies sei ein klarer Rechtsbruch gegen den bestehenden Bebauungsplan. 110 Unterschriften wurden den Bezirksvertretern vorgelegt, um diese Meinung zu unterstreichen. Von rollenden „Schikanen”, die über Grundstücke fahren, ist die Rede.

Von Rechtsbruch könne überhaupt gar keine Rede sein, entgegnet Martin Fauck. Der Leiter der städtischen Bauaufsicht unterstreicht, dass die Gesamtzahl der dieses Gebiet täglich durchfahrenden Lkw „deutlich unter der gesetzlich verankerten maximalen Grenze liegt”. Fauck verwies außerdem darauf, dass der Güterverkehr bei der Ende 1997 insolvent gegangenen Tuchfabrik Chmel heute ungleich höher liegen würde. „Denn die bräuchte keine neue Genehmigung.” Außerdem sei die aktuelle Lösung „lediglich vorübergehend”.

In die gleiche Richtung stieß auch die Politik: Um mehr Nachsicht baten die Vertreter aller Fraktionen, betonten aber auch, dass die „momentan durchaus schwierige Verkehrsführung” mit der geplanten Erschließung von Camp Pirotte stehe und falle. Falls das für April zu erwartende Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster positiv ausfiele, „muss sofort mit der Erschließung begonnen werden”, sagt Ekkehard Liebenhoff (CDU). Dann sei es möglich, die Verkehrsanbindung von der anderen Seite, der Debyestraße, heranführen zu lassen. Auch, um weiteren Ärger zu vermeiden. Die Frage allerdings, was passiert, wenn die Stadt kein „Okay” bekommt, bleibt erst einmal unbeantwortet.

Zunächst werde außerdem ein schalltechnisches Gutachten abgewartet, um die tatsächliche Lärmbelästigung im Wohngebiet zu messen und - neben Pollern - eventuell weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen im Sinne der Anwohner zu realisieren.
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