Rolf-Leonhard Haugrund offiziell verabschiedet

Von: Hans-Peter Leisten
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Die Familie als Stütze über viele Jahre: Ehefrau Gudrun und Tochter Diana waren selbstverständlich auch bei der gestrigen Abschiedsfeier an der Seite des Gatten bzw. Vaters. Foto: Andreas Schmitter
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Gestalten den Übergang: Rolf-Leonhard Haugrund mit seinem Nachfolger Benjamin Michael Koch (rechts) und Monsignore Heribert August, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums.

Aachen. Wenn der Begrüßungsredner auf die Nennung der Ehrengäste verzichtet, weil dies zu viel Zeit in Anspruch nähme, dann spricht das für sich. Monsignore Heribert August tat genau dies. Nicht aus Geringschätzung, sondern weil er – Ehre, wem Ehre gebührt – einen Mann in den Mittelpunkt des Abends stellen wollte, der die Aachener Soziallandschaft über vier Jahrzehnte geprägt hat.

Rolf-Leonhard Haugrund, Geschäftsführender Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital (MHA), der am Mittwochabend vor großer Festgesellschaft offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. Als „Energiebündel und Arbeitstier“ bezeichnete Monsignore August, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, seinen scheidenden Vorstand. Und am Ende sagte er an die Adresse des 65-jährigen Familienvaters: „Seien Sie gewiss, dass der unbestrittene Erfolg und die außerordentliche Reputation unserer Stiftung mit Ihrer Leistung und Ihrer Person verbunden ist und bleiben wird.“

Zwischen Gruß- und Schlusswort kredenzten die Verantwortlichen der Stiftung Haugrund ein wunderbares Abschiedsgeschenk. Eine Mischung aus Information, Musik von der Herbert Leuchter-Band, Talks und überaus unterhaltsamen Videosequenzen. Durch den Abend führte der Chefredakteur unserer Zeitung, Bernd Mathieu, zugleich auch Kuratoriumsmitglied der Stiftung.

Was hätte näher gelegen, als das Programm im Quellenhof in medizinischer Terminologie von der Eingangsdiagnose bis zur abschließenden Rezeptausstellung zu untergliedern... Und so ließ Mathieu zum Beispiel enge Mitarbeiter Haugrunds zu Wort kommen, die offen und durchaus glaubwürdig über die Zusammenarbeit berichteten. Zum Beispiel seine Sekretärin Petra Neumann: „Er hatte fast immer gute Laune. Außer als er 2007 mit dem Kettenrauchen aufgehört hat... Ich wünsche mir sehr, dass er uns nicht vergisst.“ Oder Prof. Dr. Thomas Möllhoff, Chefarzt der Anästhesie: „Man musste auch mal die Faust in der Tasche machen. Aber die Chemie hat immer gestimmt. Er war stets ein Visionär und Teamplayer.“ Fordern und fördern seien seine Markenzeichen gewesen – und die schnelle Infizierung der Mitarbeiter mit dem MHA-Virus.

Haugrund, der am 1. Dezember 1974 als Assistent des Verwaltungsdirektors im Marienhospital anfing, wurde bereits vier Jahre später Personalleiter, dann stellvertretender Geschäftsführer und schließlich 1995 Geschäftsführer. Unter seiner Ägide ist die Stiftung stark expandiert, hat zahlreiche Einrichtungen in der Seniorenpflege, Gesundheitsförderung und häuslichen Pflege ins Leben gerufen. Haugrund verriet auch das Rezept seines stetig steigenden Engagements: „Ich habe hier immer Menschlichkeit gefunden. In der Stiftung stand und steht immer der Mensch im Mittelpunkt.“

Beeindruckt habe ihn dabei immer, dass in der Burtscheider Einrichtung der Bogen von der natürlichen Geburt bis zum humanen Sterben habe gespannt werden können. Und er sprach eine eindringliche Bitte aus: „Bitte bewahren Sie sich dieses Kleinod!“ Auf die Frage des Moderators nach einem weiteren „Mitmischen“ im Marienhospital kam ein eindeutiges „Nein!“. Sehr wohl wird man den Neu-Rentner aber in Burtscheid weiter sehen. Zum Beispiel im geplanten Engagement als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins innerhalb Hauses oder als Vorsitzender der Burtscheider Interessengemeinschaft außerhalb des Hauses.

Dass der Mann die Messlatte enorm hoch gelegt hat, ist auch Benjamin Michael Koch bewusst. Der hatte als Nachfolger Haugrunds mit seiner Frau eigens seinen Mittelmeer-Urlaub unterbrochen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Der 34-Jährige Vater zweier kleiner Kinder, Volkswirt und Marathonläufer, hat trotz seines jungen Alters bereits reichlich Erfahrung im Bereich Krankenhausgeschäftsführung. Auch vor „schmerzhaften Schritten“ – die in seiner neuen Aufgabe mitnichten gefordert sind – habe er keine Angst. Er freut sich auf Aachen, auf die Stiftung: „Bei den Gesprächen habe ich schnell festgestellt, dass ich meine Denkweise hier umsetzen kann.“ Jetzt ist er erst mal wieder zurück in den Urlaub.

Den wird Rolf-Leonhard Haugrund bald auch entspannter denn je antreten können. Mit seiner Frau tritt er in Kürze eine Reise an, die diese sich schon lange gewünscht habe. Das Ziel ist nur dem internen Kreis bekannt. Passend bekam er am Mittwoch von seinen Stiftungsfreunden ein diesbezügliches Abschiedspräsent.

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