Römischer Hund unterstützt die Schüler beim Lernen

Von: Clara Lamm
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Besuch der Latein-AG am Pius-Gymnasium: Lehrer Alfred Wick und die Schüler zeigen, dass die Sprache auch heute noch von Vorteil ist. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein faustgroßer Plastikhund mit übergroßem Kopf wird stolz von einem Jungen empor gereckt. Es ist der „Herr Canis Romanus“, also übersetzt der römische Hund, der die elf Kinder der Latein-AG am Pius-Gymnasium seit einem halben Jahr begleitet.

Dieser Hund wird vom AG-Leiter Alfred Wick gedrückt und zum Quietschen gebracht, wenn die Siebtklässler nicht weiter wissen, um sie zum Lachen zu bringen oder einfach so zur Lockerung der Lernatmosphäre.

Die Zwölfjährigen treffen sich jeden Montagabend mit ihrem Lehrer in der Schule, um gemeinsam lateinische Texte auswendig zu lernen. Geplant ist eine lateinische Theateraufführung, die im Frühjahr 2015 stattfinden soll. „Latein ist kein Fach, das einem einfach so zufliegt, daher haben die 15 Lateinschüler der damaligen Klassen 6b und 6c sich vor Klassenarbeiten nachmittags zur Vorbereitung mit mir getroffen“, erklärt Alfred Wick, der zurzeit am Pius-Gymnasium neben Latein auch Deutsch und Religion unterrichtet. Aus diesen Treffen entwickelte sich schließlich die Latein-AG, in der 11 der 15 Kinder einmal wöchentlich zusammenkommen und Texte aus dem ersten Lernjahr auswendig lernen. Grammatik werde hier nicht gelehrt, um die anderen Schüler nicht zu benachteiligen und um Latein von einer anderen, spaßigen Seite mit echtem Event-Charakter kennenzulernen.

Den Spaß heben auch die elf Siebtklässler hervor, die sich freuen, mit ihren Freunden zusammen diese alte Sprache zu lernen. „Wir sind eine gut eingespielte Gruppe und gehen in der AG auf Sachen ein, für die im Unterricht keine Zeit bleibt“, meint Johannes Heimann, der wie sein Bruder Philipp Interesse an der Sprache der alten Römer zeigt.

Obwohl Latein nicht mehr gesprochen wird, erachten die Schüler die Sprache durch Latinismen in anderen Sprachen und Fremdwörter als sinnvoll. „Ein Buchstabe kann das ganze Wort verändern, daher macht es mir Spaß, diese Sprache zu erforschen“, begründet der zwölfjährige Lukas Rüttgers sein Interesse.

Die Kinder seien laut Wick allerdings nicht auf Notenfang und würden durch ihre Teilnahme an der AG auch keine besseren Noten als ihre Mitschüler erhalten. Es sei ihm wichtig eine Wohlfühlatmosphäre herzustellen, da er mit den Kindern nicht nur gemeinsam lernen, sondern auch ein Stück weit gemeinsam leben möchte. Daher dürfen auch außerschulische Aktivitäten wie ein gemeinsamer Tivolibesuch nicht fehlen.

„Ich möchte den Kindern diese komplexe Sprache nahe bringen und gleichzeitig ein klassenübergreifendes Gemeinschaftsgefühl fördern“, fügt der Lateinlehrer hinzu und freut sich daher auch über die elterliche Unterstützung beispielsweise durch die Bereitschaft ihre Kinder auch bei längerer Anfahrt abends von der Schule abzuholen.

Neben der Sprache an sich lernen die Schüler durch die AG vor allem auch das Auswendiglernen. Emanuel Engels übte beispielsweise zwei Stunden, um fehlerfrei 20 Zeilen eines lateinischen Textes flüssig vorzutragen. Man könne die Vokabeln so auch besser lernen und gleichzeitig schauspielerisch aktiv werden. Die Zukunft der AG ist durch die schulische Belastung noch ungewiss, doch Wick ist es wichtig, durch diese ungewöhnliche AG zumindest einen Anfang gewagt zu haben.

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