Aachen - Rockerfehde: SEK stürmt Wohnräume

Rockerfehde: SEK stürmt Wohnräume

Von: stm
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Aachen. Es war gegen 22 Uhr, als an der Ecke Trierer Straße/Zeppelinstraße mehrere Autos anhielten. Augenzeugen sagten später gegenüber der Polizei, dass aus ihnen Männer stiegen, die ihre Gesichter vermummt und Baseballschläger in der Hand hatten. Die martialisch daherkommende Gruppe ging dann offenbar zielstrebig in einem dortigen Laden auf ihr Opfer los. Der Mann wurde zusammengeschlagen.

Die Täter setzten sich dann wieder in ihre Autos und verschwanden. Das ist bereits am 21. Dezember geschehen. Öffentlich gemacht hatte dies die federführende Staatsanwaltschaft Aachen bislang nicht.

Doch jetzt hat die Geschichte eine Fortsetzung erfahren – am späten Freitagabend. Da nämlich tauchten an einem Wohnblock in Gut Kullen ebenfalls vermummte und bewaffnete Männer mit mehreren Fahrzeugen auf – diesmal allerdings waren es Spezialeinsatzkräfte der Polizei, die dann auch keine Baseballschläger, sondern Schusswaffen in den Händen hielten. In dem Haus – zufälligerweise nur wenige Meter vom Schauplatz eines anderen SEK-Einsatzes vergangene Woche entfernt – wurden Wohnräume gestürmt.

Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft wegen des laufenden Einsatzes zunächst eine Informationssperre verhängt. Am Montag erläuterte Behördensprecher Jost Schützeberg auf Anfrage unserer Zeitung Hintergründe. Und die spielen sich in der Rockerszene ab. Die mutmaßlichen Täter aus dem Dezember gehören laut Staatsanwaltschaft den „Hells Angels Nomads Turkey“ an. Diese Gruppierung der Hells Angels wurde vom 2007 in die Türkei abgeschobenen „Paten von Köln“, Neco Arabaci, gegründet.

Ermittler gehen davon aus, dass er nach der Verhaftung des bisherigen Deutschland-Chefs Frank Hanebuth das Zepter der deutschen Hells Angels übernehmen will und dass es deswegen auch intern zu Machtkämpfen kommt. Doch mit diesen Auseinandersetzungen hatten die Geschehnisse vom 21. Dezember nichts zu tun. Vielmehr ist das damalige Opfer Anhänger des „Satudarah Motorcycle-Club“.

Der Satudarah MC wurde 1990 in den Niederlanden gegründet und mischt mittlerweile vielfach im Kampf um die Vormachtstellung unter den Rockergruppen in Großstädten mit. Entsprechend gibt es eine bisweilen brutal ausgetragene Feindschaft. Auch in Aachen gewinnt Satudarah immer mehr Anhänger – gerade im Ostviertel. Die Polizei ist deswegen schon mehrfach im Einsatz gewesen – so bei einem Aufeinandertreffen von rund 100 Rockern im Herbst in Driescher Hof.

„Wir gehen entschieden mit allen rechtlich verfügbaren Mitteln vor“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen am Montag auf Anfrage. Am Freitag kam es in Gut Kullen zu vier Festnahmen, ein Mann wurde später freigelassen. Der Vorwurf gegen die Männer lautet auf gefährliche Körperverletzung.

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