Ring der Freundschaft rollt durch die City

Von: Matthias Hinrichs
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Ring frei für kreative Beiträge im Zeichen des Miteinanders: Jeder, der Lust hatte, konnte sich gestern in der Innenstadt aktiv an der Vollendung des „Rings der Verbundenheit“ beteiligen. Foto: Andreas Steindl
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Trommelte gestern wieder viele „Kollegen“ zusammen: Künstler Sebastian Schmidt.

Aachen. Blauer Montag? Wer‘s mag! Aber selbstverständlich sollen der Fantasie bei der Farbgestaltung keine Grenzen gesetzt sein, als Sebastian Schmidt und sein Kollege Todde Kemmerich am Montagmittag mitten im (noch leicht verhaltenen) Shoppingtrubel der Adalbertstraße Station machen.

Ring frei zur nächsten Runde im Zeichen eines toleranten und friedlich-kreativen Miteinanders – so könnte die Losung zur kunterbunten Kunstperformance namens „Offene Gesellschaft auf Tour“ im Wortsinn lauten.

Und einen besseren Ort hätten die beiden für ihre ungewöhnliche Mitmach-Aktion in Kooperation mit der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen kaum finden können. Am Anfang ihrer kleinen Tournee durch die City thront die Einladung zur kreativen Eigeninitiative mit Pinsel und Palette in Gestalt jenes imposanten, drei Meter hohen Rings wie ein geometrischer Bundesgenosse im Schatten des berühmten Kugelbrunnens, den ihr Kollege Albert Sous vor Jahr und Tag ins Herz der Einkaufsstadt gepflanzt hat.

Das kreisrunde Objekt aus Sperrholz, das die Künstler (diesmal mit Hilfe einer Schreinerei aus Oberforstbach) mit gebogenen Siebdruckplatten bespannt haben, ist übrigens das dritte seiner Art, das in Aachen die Blicke auf sich ziehen soll. Im Kennedypark und im Westpark haben Schmidt und Kemmerich bereits zwei „Ringe der Verbundenheit“ von kleinen und großen Bürgern bemalen lassen.

Und auch diesmal dauert es nicht allzu lange, bis die ersten Zaungäste dem magischen Charme des Projekts erliegen. Ein Naturtalent sei sie zwar nicht gerade, bekennt Suzanne Gormans, die mit ihrer Mutter Katharina aus Brunssum zum Einkaufsbummel ins Dreiländereck gekommen ist. Aber egal! Also schlüpft die gelernte Sekretärin gern in den freundlichst dargebotenen Kittel und verewigt zwei blaue Herzen auf einem der – noch – reichlich sichtbaren weißen Flecken im überdimensionalen „O“. Auch Stefanie (die sich sicherheitshalber lieber nur mit Vornamen vorstellt) lässt sich nicht lange bitten. Eine Minute später ist der Ring der Freundschaft um eine kühn geschwungene, liegende „8“ in sattem Pink reicher – Symbol ewigen Zusammenhalts, wie Stefanie augenzwinkernd erklärt.

So soll es sein. „Wir wollen Menschen unterschiedlichster Herkunft und aus allen Generationen zusammenbringen, um zu zeigen, dass wir alle gemeinsam etwas schaffen können im Zeichen der Öffnung, der Verbundenheit und der Vielfalt, die der Ring repräsentiert“, sagt Kemmerich, bevor die Künstler die kunterbunte Skulptur, die sie auf ein Brett mit Rädern montiert haben, weiter Richtung Elisenbrunnen und Münsterplatz rollen lassen. Ebendort, im Elisengarten, soll das Werk am Sonntag vollendet werden, wenn die Bürgerstiftung Lebensraum unter dem Motto „Offenes Aachen“ zum fröhlichen Volksfest ins „grüne Wohnzimmer“ der Stadt lädt.

Als Dritter im Bunde seiner „kongenialen“ Geschwister im Kennedypark und im Westpark kehrt der „Ring der Verbundenheit“ – nach einer weiteren Zwischenstation zum Tag der Integration am 3. September vor dem Eurogress – schließlich für mindestens ein Jahr an seinen kreativen „Geburtsort“ zurück: Im Moltkepark war er bereits Mitte Juli von zahlreichen jungen Künstlern mit den ersten wunderbaren Motiven bemalt worden – turtelnden Tauben, blühenden Bäumen, Regenbögen oder auch einem Skateboard und einem Rockgitarristen in Aktion...

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