Riesiges Penn-Zelt auf dem Katschhof erfüllt alle Sicherheitsauflagen

Von: Oliver Schmetz
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Wenn der Katschhof überdacht ist: Das riesige Penn-Zelt, das laut Stadt noch ein kleines bisschen größer ist als in den Vorjahren, ist fast fertig, die erste Karnevalsparty mit bis zu 1500 Jecken kann am morgigen Fettdonnerstag starten. Vor dem Feiern gab es aber Ärger, weil beim Aufbau Domsingschüler auf dem Schulweg gefährdet wurden. Foto: Michael Jaspers
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Ärgernis für Anwohner: An der Rennbahn wurde am Dienstag die Fahrbahn aufgerissen.

Aachen. Das gigantische Festzelt steht, der Katschhof ist sozusagen überdacht, die große Fete kann steigen: Am Donnerstag bittet die Stadtgarde Oecher Penn ab 10.30 Uhr zur Altweiber-Party. Doch vor dem Feiern steht bekanntlich die Arbeit – und damit verbunden ist in diesem Fall auch einiges an Ärger.

Denn als die Bauarbeiter am vergangenen Freitag in aller Früh zwischen Dom und Rathaus anrücken, um die 65 Meter lange und 25 Meter breite Fastelovvends-Location aufzubauen, geht das einigen Eltern, deren Kinder die benachbarte Domsingschule besuchen, mächtig gegen den Strich. Viele der Grundschüler nämlich müssen sich an diesem Morgen einen neuen Schulweg suchen, weil Baumaterial die Bürgersteige blockiert – und irren deshalb zwischen rasant rangierenden Gabelstaplern umher, die ohne Einweiser teils rückwärts übers Katschhofpflaster brettern. Professor Dr. Rudolf Juchelka, dessen Sohn die Domsingschule besucht, ist entsetzt über diese „enorme höchstgradige Gefährdung“ und teilt dies umgehend Oberbürgermeister Marcel Philipp – selbst Domsingschülervater – per Mail mit.

Juchelka ärgert besonders, dass es nicht das erste Mal ist, dass Domsingschüler bei Auf- und Abbauarbeiten für Großereignisse unter die Räder zu geraten drohen. Der Vater hat sich in Sachen Schulwegsicherung bereits vorigen November an den Polizeipräsidenten gewandt. Aus dem Präsidium kam damals die Anregung an die Stadt, künftig von den Veranstaltern den Einsatz von Einweisern einzufordern und die Gehwege auf dem Katschhof freizuhalten – was aktuell aber erneut gründlich misslang.

Das sieht auch der OB so, der auf Juchelkas Mail am vorigen Freitag prompt antwortet und strengere Auflagen und eine bessere Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften ankündigt. Das unterstreicht am Dienstag auch Rita Klösges vom Presseamt, die betont, dass sich die Baufirma nicht an die Auflagen gehalten habe. Künftig wolle man nun bei jeder Großveranstaltung auf dem Katschhof Auf- und Abbauarbeiten erst ab 8.30 Uhr zulassen, um die Sicherheit der Schüler nicht zu gefährden.

40 Security-Kräfte im Einsatz

Was die Sicherheit der rund 1500 Karnevalsjecken angeht, die sich in dem Zelt tummeln dürfen, sieht man knapp 48 Stunden vor dem Start in die tollen Tage ebenfalls „alle Auflagen erfüllt“, so Klösges. Das unterstreicht am Dienstagmittag auch Georg Schümmer, Einsatzleiter der Feuerwehr, während er den riesigen provisorischen Bau mit Kollegen von der Bauaufsicht ein letztes Mal unter die Lupe nimmt. Der Veranstalter biete selber 40 Security-Kräfte auf, die Feuerwehr unterhalte außerdem eine Brandwache und nicht zuletzt sei die Erreichbarkeit des Katschhofs für die Feuerwehr von Rathaus, Dom und Domsingschule aus gewährleistet, sagt Schümmer: „Wir haben einen guten Kompromiss zwischen Brauchtumspflege und Brandschutz gefunden.“

Dass sich just zu dieser Stunde nur zwei Steinwürfe entfernt an der Rennbahn ein Anwohner über eine neue, unangekündigte Straßenbaustelle vor seinem Geschäft ärgert und sich ausgerechnet fragt, wie denn nun die Feuerwehr zum Dom komme, ist zwar nur eine Randnotiz – zeigt aber, wie genervt viele Aachener vom allgegenwärtigen Baustellenchaos sind. Und dass ein Vertreter der Stadtverwaltung diesem Anwohner in barschen Ton auf offener Straße zu verstehen gibt, es sei nicht an ihm, sich über die Baustellenplanung der Stadt Gedanken zu machen, bringt Bürokraten und Bürger einander auch nicht wirklich näher. Aber vielleicht schaffen das ja die tollen Tage. Und die Feten im riesigen Penn-Zelt.

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