„Richtiger Zeitpunkt“: Zwei grüne Urgesteine sagen Servus

Von: Stefan Herrmann
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Der Schlussstrich bleibt ein bisschen durchlässig: Als Ratsleute hören die Grünen-Politiker Tina Hörmann und Jochen Luczak auf. Einmischen wollen sie sich aber weiter. Foto: Harald Krömer

Aachen. Einen Termin hat Jochen Luczak bereits rot im Terminkalender notiert. „Bei der nächsten Fraktionssitzung am Montag bin ich natürlich da“, sagt der altgediente Grünen-Politiker und Ratsherr. Zumindest letzterer Titel erhält ebenso wie bei Tina Hörmann in Kürze ein „Ex-“ vorgeschoben.

Denn die beiden langjährigen Ratsmitglieder der Grünen-Fraktion sind mit der gestrigen letzten Ratssitzung vor der Sommerpause aus der vordersten Linie zurückgetreten. Sie machen Platz für die nächste Generation. Und das tun sie gerne, wohlüberlegt, aber eben auch mit ein wenig Wehmut. Fest steht aber auch: „Wir werden jetzt nicht von einem Moment auf den anderen unpolitisch“, betont Hörmann, die zuletzt vor allem als wohnungspolitische Sprecherin der Grünen aktiv war.

Also: Einmischen ist weiter gewünscht, wie auch Fraktionschefin Ulla Griepentrog beim offiziellen „Abschied“ unterstreicht. Und davon will das grüne Urgestein-Duo denn auch gerne Gebrauch machen. Denn keiner von beiden geht im Groll – im Gegenteil. Es sei aber eben so, dass man irgendwann merke, dass sich Schwerpunkte verschieben, betonen Hörmann und Luczak im Einklang.

„Ich glaube daher, es ist ein guter Zeitpunkt, um den Staffelstab weiterzureichen“, findet die 56-jährige Architektin. Seit 1990 ist sie Mitglied der Partei, saß von 1994 an zehn Jahre lang für die Grünen in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte; es folgte ab 2004 als Ratsfrau die Arbeit im Planungsausschuss, im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss sowie im Betriebsausschuss des Gebäudemanagements. „Es waren alles Bereiche, die ich als sehr spannend empfunden habe und wo sich Positives und Negatives die Waage gehalten haben“, so Hörmann.

Das treffe auf ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Aachener Stadionsbeteiligungsgesellschaft GmbH nicht wirklich zu, wie die verheiratete Mutter einer erwachsenen Tochter anmerkt. Die Stimmung dort sei selten gut gewesen. Zu viele Hiobsbotschaften rund um den Tivoli habe die Politiker zu oft an den Rand der Verzweiflung getrieben. Abgehakt. Und der Grund für ihr Ausscheiden sei das sowieso nicht gewesen.

Die Familie ist einer der Hauptgründe, dass der 65-jährige Jochen Luczak den Ratsherr-Job an den Nagel hängt. Drei Kinder, zwei Enkel, das dritte ist im Anmarsch. Alle zusammen wohnen in Berlin. Weit weg von Aachen. Dafür soll nun mehr Zeit da sein. Für die Grünen ist er seit langem aktiv; wurde zunächst über eine Anzeige in der TAZ auf die Stelle des Parteigeschäftsführers in Aachen aufmerksam. Den Job trat er 1995 an und hatte ihn bis 2014 inne. Seit 2009 sitzt er im Rat, war zuletzt Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz, Mitglied des Betriebsausschuss des Stadtbetriebs und des MVA-Aufsichtsrats.

Der Abschied? „Fällt ihm nicht leicht“, gibt er zu. Aber so ganz weg ist er ja nicht. Das verrät der rot (oder doch grün?) markierte Termin am Montag in Jochen Luczaks Kalender.

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