Richterichs „grüne Lunge“ stinkt zum Himmel

Von: Günther Sander
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Norbert Hamacher (rechts) und Günther Thönnessen (links) appellieren an die Stadt, die Fußgängerbrücke am dortigen See rasch zu sanieren, Wege von Schlaglöchern zu befreien und Vandalismus verstärkt Einhalt zu gebieten. Foto: Günther Sander
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Über viele Pfützen muss man gehen, um zum Anglerheim oder auch zum Hundeübungsplatz zu gelangen, machen Norbert Hamacher (links) und Günther Thönnessen (rechts) verärgert deutlich. Foto: Günther Sander
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Ein großer, lästiger Aufwand für Vereine, für Mitglieder und Gäste, für Spaziergänger und ältere Menschen. Foto: Günther Sander

Aachen. Mit Pfützen übersäte Gehwege, ein Schlammfeld, eine marode, gesperrte Fußgängerbrücke, Vandalismus, Scherben, Drogen, Alkohol, Müll, völlige Dunkelheit in den Abendstunden: Richterichs „grüne Lunge“ Kaletzbenden dümpelt vor sich hin, stinkt zum Himmel. Da greift die Angst um sich.

Ärger und Verdruss machen sich derzeit beim Angelsportverein und Hundesportverein in Richterich breit, ihnen ist der Weg zu ihren Bleiben erschwert worden, fast schon versperrt. Fazit: „Unser Vereinsleben ist gefährdet“, sagen Norbert Hamacher, Vorsitzender des Angelsportvereins und sein Vize Karl-Heinz Beginnen gegenüber unserer Zeitung. In die gleiche Kerbe schlägt Günther Thönnessen, Vorsitzender des Hundesportvereins. Beiden Vereinen schwillt der Kamm, sie müssen unliebsame Umwege in Kauf nehmen, um ihre Domizile ansteuern zu können.

„Wenn wir am See anfallende Pflegearbeiten machen wollen, muss das ganze Material zum Gewässer getragen werden“, moniert Hamacher. Durch die Sperrung der Fußgängerbrücke und die abgepollerte Zufahrtsstraße führt nur noch von den Parkplätzen am Sportplatz aus ein „Umweg“ zum Anglerheim beziehungsweise Trainingsgelände für die Hunde.

Ein großer, lästiger Aufwand für Vereine, für Mitglieder und Gäste, für Spaziergänger und ältere Menschen. Thönnessen befürchtet gar ein Ausweichen auf andere Hundeplätze in der Umgebung. „Es kann sogar sein, dass wir den Trainingsbetrieb nicht aufrecht erhalten können“, sagt er.

Gerade in der Dunkelheit rund um den See und das Gelände mache sich Angst breit, besonders bei den Frauen, haben Hamacher und Thönnessen ausgemacht.

Die zweiwöchentlichen Spieleabende der Anglerdamen wurden sogar in Renate Hamachers Wohnzimmer verlagert. „Wir können da nicht im Dunkeln abends hin“, beteuert sie. Dem ganzen Gelände fehle eine gute Drainage, denn die Zustände seien längst schon ein „Dauerbrenner“. Immerhin handele es sich um ein Freizeitgelände und Erholungsgebiet, da sei die Fußgängerbrücke besonders wichtig. Günther Thönnessen wird deutlich: „Wer diese Brücke hat sperren lassen, der hat wenig Ahnung. Darum sollte sich ein Kenner gezielt kümmern.“

Der Verein habe sich die Brücke mit sachverständigen Bekannten angeschaut, es seien keine Mängel festgestellt worden, die eine Sperrung rechtfertigen würden. Im Gegenteil: „Mit nur geringem Aufwand könnte alles rasch behoben werden“, sagen Thönnessen und Hamacher. Und: Pferde oder Fahrzeuge würden sich darauf nicht begeben. Wichtig ist den beiden Vereinsbossen, dass das Vereinsleben aufrecht erhalten bleibt. Auf an die Stadt gerichtete Schreiben, die gravierende Mängel des Geländes zum Inhalt haben, sei bis dato keinerlei Antwort gekommen.

Überhaupt beklagen die beiden zunehmenden Vandalismus rund um die „grüne Lunge“. „Aber Hallo, da geht die Post ab“, sagt Hamacher, von Polizei sei weit und breit nichts zu sehen. Gerade die Frauen, die mit den Hunden unterwegs seien, oder auch Joggerinnen, verspürten in der Dunkelheit vermehrt Angst, eine Beleuchtung sei nicht vorhanden. Drogen, Alkohol, Flaschen, Dosen, Scherben – die „grüne Lunge“ dümpele vor sich hin.

Die Probleme erkannt hat auch Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne (CDU), die von ihrer Fraktion einen Antrag erhalten hat. Die Bezirksvertretung möge beschließen, dass die derzeit aus Sicherheitsgründen gesperrte Brücke über den Amstelbach im Freizeitgelände Kaletzbenden „schnellstmöglich repariert beziehungsweise erneuert wird.“ Durch die Sperrung sei der beliebte Rundweg um das ehemalige Regenrückhaltebecken unterbrochen. Dadurch wurde der Freizeitwert des Erholungsgeländes deutlich reduziert. „Mir ist die Sache bekannt, ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass rasch eine Lösung und Abhilfe gefunden werden“, macht Marlis Köhne deutlich.

Langsam scheint nun Lichts ins Dunkel zu kommen. Bezirksamtsleiterin Yvonne Moritz sagt, die Fußgängerbrücke sei bisher durch Reparaturen instand gesetzt worden. Die Schäden hätten nunmehr aber solch ein Ausmaß angenommen, dass eine Instandsetzung nicht mehr wirtschaftlich möglich sei, habe der Aachener Stadtbetrieb wissen lassen. Die Begründung habe zur Sperrung geführt, die Finanzierung des notwendigen Neubaus werde derzeit verwaltungsintern geklärt. „Nach Rücksprache mit dem Aachener Stadtbetrieb werden die wassergebundenen Wege von der Straße zum Angelteich und rundherum bis zum Hundeübungsplatz in den nächsten Tagen maschinell überarbeitet und die Schlaglöcher beseitigt“, so Yvonne Moritz.

Weiterhin gesperrt

Diese Aussage wird auch vom Presseamt der Stadt Aachen bestätigt. Allerdings sagt man auf Anfrage, da es sich bei der Brücke und den Wegen der Grünanlage nicht um öffentliche Verkehrsflächen handele und diese Brücke auch nicht zwingend erforderlich sei (ohne die Brücke könne man im Dreiviertel-Bogen um den Teich gehend den Hundeplatz erreichen), werde die Brücke „bis auf Weiteres gesperrt bleiben.“

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