Richterich gibt grünes Licht für die Ortsumgehung

Von: Stephan Mohne
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Trotz hoher Kosten und technischer Herausforderungen: Die Ortsumgehung Richterich soll – inklusive Bahnunterquerung und neuer Brücke über den Amstelbach – gebaut werden. Dafür hat sich die Bezirksvertretung am Mittwoch ausgesprochen. Grafik: AZ/Quelle: Stadt Aachen

Aachen. Rund 16 Millionen Euro, davon rund 12,6 Millionen für Planung und Bau: So viel wird die Ortsumgehung Richterich kosten. Zumindest nach einer „ersten groben Kostenschätzung“ der Verwaltung. Dass sie gebaut werden muss, daran ließ die Bezirksvertretung Richterich am Mittwochabend indes keinen Zweifel. Denn ohne Ortsumgehung würde es kein Neubaugebiet Richtericher Dell geben.

Vielmehr sollten die ersten Einheiten ursprünglichen Ideen zufolge schon im Bau sein, denn immerhin hat das Großprojekt schon zehn Jahre Planungsvorlauf auf dem Buckel. Nun aber verzögert sich der Start bis deutlich ins nächste Jahrzehnt hinein. Ein Grund ist eben jene Ortsumgehung. Ohne die sollte es keinen Baubeginn geben, war man sich in Richterich (fast) einig. Denn den zsätzlichen Verkehr, den das Neubaugebiet mit sich bringen wird, kann die heutige Infrastruktur – insbesondere die Horbacher Straße im alten Ortskern – nicht annähernd verkraften. Die Grünen hatten allerdings wegen der Zeitschiene immer auf einen parallelen Baustart – Häuser und Straße – gepocht.

Der Bau der Ortsumgehung, die an der Horbacher Straße jenseits der heutigen Bebauung beginnt und dann über Banker-Feld-Straße bis zur Roermonder Straße führt, wird deswegen vergleichsweise teuer, weil es die Route bautechnisch in sich hat. So muss die dortige Bahnlinie mit einem etwa sechs Meter unter den Gleisen liegenden Tunnel unterquert werden. Kostenpunkt: 1,7 Millionen Euro. Noch teurer wird die Brücke über den kleinen Amstelbach. Weil die Randbereiche des Bachs dem Hochwasserschutz dienen, müssen diese unebehlligt bleiben. Somit muss die neue Brücke mindestens 30 Meter lang sein. Kostenpunkt 2,1 Millionen Euro.

Die Bürgerinitiative machte in der Einwohnerfragestunde erneut deutlich, dass die Straße ihrer eigenen Kalkulation nach noch um ein Vielfaches teurer werden wird. Man sei nicht gegen die Ortsumgehung, die sei schon nötig. Aber die Kosten dürften auch in ins Unermessliche schießen.

Die Fraktionen unterstrichen, dass die Umgehung – die gleichzeitig Erschließung und Baustraße während des Baus der Häuser sein soll – ein 25 Jahre altes Versprechen gegenüber den Richterichern sei. Da war von Richtericher Dell noch keine Rede, aber die Horbacher Straße sei damals schon überlastet gewesen – was heute erst Recht gelte, so CDU-Sprecher Holger Brantin.

In dieselbe Kerbe schlug Horst Werner für die SPD. Und er betonte wegen der enormen Wichtigkeit der Trasse: „Wenn sie teurer wird, dann wird sie halt teurer.“ Brantin sagte, man werde ein Auge auf die Kostenentwicklung haben. Wo denn aber eine „Schmerzgrenze“ sei, wollten Vertreter der Bürgerinitiative wissen, klinge das alles doch sehr nach einem „Freibrief“ bei den Kosten. Das wies Brantin von sich und meinte, dass man allgemein bei Bauvorhaben von der ersten Kostenschätzuung bis zu den tatsächlichen Kosten von „plus oder minus 20 Prozent ausgehe.

Zunächst einmal wird nun konkret geplant. Bis 2019 sind dafür 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Das sei eine Summe, so hieß es seitens der Verwaltung in der gestrigen Sitzung, die für ein solches Projekt nicht alltäglich sei. Aber es gilt hier eben einige Probleme zu überwinden – was auch für die Entwässerung der Flächen gilt. Zudem stelle die Querung der Banker-Feld-Straße eine planerische Herausforderung dar. Ein Kreisverkehr ist dort nicht möglich, eine normale Kreuzung würde zu Staus führen.

So gibt es zum Beispiel die Idee, die Banker-Feld-Straße „abzubinden“, was Schleichverkehre verhindert. Letztere befürchtet man in großer Zahl seitens der Stadt Herzogenrath. Dann würde es aber auch keine Verbindung mehr zwischen Richterich und Herzogenrath-Bank geben. Deswegen ist die Richtericher Politik gegen eine solche Variante. Also ist weiterhin Kreativität bei der Lösungsfindung gefragt.

Nachdem die Richtericher Politiker per einstimmigem Beschluss – den die Richtericher Bezirksvertretung nach all den Jahren selbst mit Applaus untermalte – grünes Licht gegeben haben, liegt der endgültige Planungbeschluss nun beim Mobilitätsausschuss, der aber woh kaum anders votieren wird.

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