Aachen - Richardstraße: Lieber Liegewiese als urbanes Gärtnern?

Richardstraße: Lieber Liegewiese als urbanes Gärtnern?

Von: Marie Eckert
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Grüne Oase mitten in der Stadt: der Gemeinschaftsgarten an der Richardstraße. In der Bezirksvertretung Aachen-Mitte wurde der Standort im Suermondtviertel diskutiert. Auf Vorschlag der SPD soll nun eine Alternativfläche an der Barbarastraße geprüft werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Seit einigen Jahren gibt es an der Richardstraße eine Fläche, auf der die Anwohner einen Gemeinschaftsgarten pflegen. „Urbanes Gärtnern“ betreiben sie dort, das heißt: Mitten in der Stadt bauen sie gemeinsam Obst, Gemüse und Kräuter an und ernten es später.

Mitmachen kann jeder, der Lust hat und sich nach etwas Natur in der Innenstadt sehnt. Vor mehreren Jahren hatten die Anwohner die damals brachliegende Fläche von der Stadt gepachtet und in einen Garten verwandelt.

Nach längeren Vorüberlegungen sind die Bauarbeiten im anliegenden Suermondtpark seit zwei Monaten in vollem Gange und sollen noch vor den Sommerferien fertiggestellt werden, wie Elmar Wieczorek, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, erklärte. Mittlerweile sei eine Struktur inmitten der Baustelle erkennbar, wie Abgrenzungen von Spiel - und Sportflächen, Aufenthaltsbereichen und Wegen.

Soweit, so gut – das Problem, das nun in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte diskutiert wurde, ist genau die kleine Fläche der Gemeinschaftsgärten. Unter anderem Ralf Otten von der CDU äußerte Bedenken, dass die Erholungsmöglichkeiten für die Allgemeinheit im Bereich des Gemeinschaftsgartens zu kurz kämen. Möglicherweise wäre eine Aufenthaltsmöglichkeit mit Liegewiesen, ähnlich wie im Westpark, sinnvoller für den neuen Suermondtpark, sagte er. „Das Projekt urbanes Gärtnern soll seinen Platz haben, aber ich halte diesen Platz nicht für den richtigen“, betonte Otten. Wieczorek wies ausdrücklich darauf hin, dass die Initiative der Anwohner einen Bedarf deckt, der vorhanden ist und die Nutzung keinesfalls nur beschränkt auf eine geringe Anzahl von Leuten sei.

Barbarastraße prüfen

Ralf Otten stellte einen Antrag an die Verwaltung, um zu prüfen, welche Ersatzstandorte für den Gemeinschaftsgarten in Frage kommen könnten. Konkret solle geprüft werden, ob Standorte zu finden sind, an denen weniger Nutzungskonflikte bestehen als im Suermondtpark, unter besonderer Berücksichtigung der Barbara-straße.

Patrick Deloie von der SPD hatte die Fläche am Schulstandort Barbarastraße als möglichen Ort für das Projekt vorgeschlagen. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Prüfvorschlag angenommen.

Bei den übrigens Punkten der Tagesordnung herrschte dann mehr Einigkeit. Bei der Entwicklung des Sportpark Soers sprachen die Ratsmitglieder eine einstimmige Empfehlung an den Planungsausschuss aus, zu beschließen, den Sportpark städtebaulich weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fläche des Polizeipräsidiums, die voraussichtlich ab 2018 nach Umzug der Behörde zur Verfügung steht, sowie die Fläche gegenüber dem Stadion. Fast alle Vereine, die im Sportpark ansässig sind, hatten angegeben, mehr Fläche zu brauchen. Die Fläche des Polizeipräsidiums soll daher für das Sportangebot zur Verfügung stehen, das Nutzungsspektrum gegenüber vom Tivoli soll hingegen breiter gefächert sein: Hier könnten laut Verwaltung Büros oder auch Einzelhandel ihren Platz finden.

Auch beim Thema barrierefreier Ausbau der Bushaltestellen herrschte in der Bezirksvertretung Konsens: Es wurde einstimmig beschlossen, dass der Mobilitätsausschuss weiterarbeiten kann. An den Haltestellen Hansemannplatz, Bahnhof Rothe Erde, Schanz, Luisenhospital, Driescher Gässchen, Normaluhr und Laurensberg werden in einer oder in beiden Fahrtrichtungen Leitstreifen aus Rippenplatten und Aufmerksamkeitsfelder aus Noppenplatten eingebaut; bereits vorhandene Leitsysteme werden integriert. Die Gesamtkosten des Ausbaus betragen rund 166.000 Euro.

Neben den Beschlüssen wurden der alte und der neue Schiedsmann im Bezirk verabschiedet beziehungsweise vorgestellt: Über 40 Jahre lang bekleidete Helmut Thyssen das Amt, nun übernimmt Dr. Dr. Efstathios Savvidis, der, wie er sagte, nach dem Ende seiner Aktivitäten im Berufsleben nun verschiedene Ehrenämter ausübt, unter anderem das des Schiedsmanns in einem der Bezirke.

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