Rhein-Nadel Automation: Klares Bekenntnis zum Standort Aachen

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Die Investition als Modell: Vorne befindet sich der Reichsweg (1), auf der linken Hälfte (2) entstehen die neuen Trakte. Animation: Rhein-Nadel

Aachen. Eigentlich geht es auf dem Betriebsgelände der Rhein-Nadel Automation GmbH – kurz RNA – im Reichsweg eher leise zu. Seit kurzem liegt der Geräuschpegel jedoch über dem Üblichen. Und das aus gutem Grund.

Das Aachener Familienunternehmen, das 1898 gegründet wurde, vergrößert sich. Vor gut einer Woche startete das rund ein Jahr dauernde Projekt, welches nicht nur den einen oder anderen Neubau beinhaltet, sondern auch umfassende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der bestehenden Gebäude. Lkw und Bagger rollen an, Gestrüpp wird entfernt, Bauarbeiter laufen geschäftig über das Betriebsgelände.

Im Mittelpunkt der Szenerie steht der ehemalige Mitarbeiterparkplatz, der neuen Produktionsflächen von 2160 Quadratmetern und neuen Büroflächen von 685 Quadratmetern weichen muss. Im Frühjahr 2017 wird der Aachener Stammsitz schließlich über eine Gesamtfläche von 10.565 Quadratmetern verfügen – eine Vergrößerung um fast 40 Prozent. Schon seit drei Jahren ist die Betriebserweiterung in der Planung.

Eine Investition in die Zukunft, da der Betrieb laut Aussage der Firmenleitung in den vergangenen vier Jahren um 30 Prozent gewachsen ist. 2015 hat die RNA-Gruppe 44 Millionen Euro umgesetzt, 310 Mitarbeiter beschäftigt sie insgesamt, 170 davon allein in Aachen. Durch die Erweiterung sollen weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. „Die Baumaßnahmen sind nötig, damit wir als Unternehmen dem stetigen Wachstum und den Anforderungen des Marktes gerecht werden“, erklärt Klaus Pavel, der als Geschäftsführer für die RNA-Holding verantwortlich ist.

Dabei standen durchaus auch andere Alternativen zur Debatte: Ein kompletter Neubau, was sich als zu teuer herausstellte, oder eine Verlegung des Firmensitzes nach Belgien. „Erste Wahl war jedoch zu jedem Zeitpunkt, in Aachen zu bleiben, da hier seit jeher die Keimzelle unseres Unternehmens ist. Das hat auch dank der guten Kooperation mit der Stadt Aachen und unseren Mitarbeitern funktioniert“, erklärt Pavel weiter.

Turbulente Zeiten hat das Unternehmen laut seiner Aussage schon durchlebt. Angefangen hat alles vor mehr als 100 Jahren unter dem Namen „Rheinische Nadelfabriken AG“ und später „Rheinische Nadelfabriken GmbH“ mit der Produktion und dem Vertrieb von Näh-, Steck- und Anstecknadeln sowie Haushalts-Nähmaschinennadeln.

Es folgte die Expansion des Unternehmens auf weitere Bereiche. Mit dem Unternehmenseinstieg Klaus Pavels, dem Sohn des Firmengründers, konzentrierte sich das Unternehmen unter dem neuen Namen „Rhein-Nadel Automation GmbH“ ab 1972 ausschließlich auf den Bereich der Zuführtechnik. Eine Nischentechnik, in der das Aachener Unternehmen Weltmarktführer ist. Zu der heutigen Unternehmensgruppe gehören mittlerweile weitere Tochterfirmen und Niederlassungen in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Spanien. Klaus Pavels Sohn Christopher ist in dritter Generation im Jahr 2013 in die Geschäftsleitung eingestiegen.

Nun folgt laut Pavel mit rund fünf Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Familienunternehmens. Die Neu- und Umbaumaßnahmen werden in einzelnen Bauabschnitten umgesetzt, um die bestehende Fertigung möglichst nicht zu beeinflussen. In der neuen Produktionshalle findet vor allem die Endmontage und Abnahme der Zuführanlagen durch die Kunden statt. Zudem wird dort mehr Raum für Versuche und Tests geschaffen, mehr Platz für Montage und Materialfluss bereitgestellt.

Das neue Bürogebäude hingegen wird mit einem Empfangsbereich, Besprechungsräumen, der Konstruktionsabteilung sowie Räumen für Forschung und Entwicklung ausgestattet. Zudem entsteht eine neue Kantine. Da viel Glas verarbeitet wird, sind die neuen Räume lichtdurchflutet, so dass Kunden etwa direkt die Produktionsstätten einsehen können. In puncto Umwelt wird auf energieschonende LED-Technik gesetzt. Begrünte Flachdächer, neue Bäume, Sträucher und Beete sorgen für einen Hauch Natur auf dem eher technikgeprägten Betriebsgelände. Für die Parkplätze, die durch den Umbau wegfallen, gibt es auch eine Lösung: Im Parkhaus der Aachen Arkaden hat RNA für seine Mitarbeiter ausreichend Parkplätze angemietet.

Pavel, der sich selbst als „Vollblutunternehmer“ bezeichnet, ist sichtlich stolz auf diesen neuen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Und so lässt er es sich auch nicht nehmen, das Entree des neuen Bürogebäudes nach Fertigstellung mit einer besonderen Öcher Rarität zu schmücken. „Zurzeit lasse ich ein altes Fafnir Omnimobil aus dem Jahr 1904 herrichten. Dieses Schätzchen hat ein Bekannter von mir in Tschechien entdeckt. Bald schon kann ihn jeder Besucher an unserem neuen Empfang bewundern“, verrät er. Und so schließt sich der Kreis – vom Automobil zur Automation: Denn der Aachener Automobilhersteller gehörte seinerzeit auch zu der „Rheinische Nadelfabriken GmbH“.

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