Rhein-Maas Gymnasium beschult junge Flüchtlinge

Von: Svenja Pesch
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Herzlich willkommen: Schüler der 5. Klasse begrüßen die neuen Schülerinnen und Schüler der interantionalen Klasse mit einer Schultüte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Noch ist die Situation für beide Seiten ungewohnt. Da stehen die „Neuen“ mit Schultüte in der Hand vor denjenigen, die ihre Schule bereits in- und auswendig kennen. Doch nicht nur die Schule ist ihnen fremd, für die 20 neuen Schülerinnen und Schüler, die ab sofort am Rhein-Maas-Gymnasium unterrichtet werden, beginnt mit dem Unterrichtsstart ein völlig neuer Lebensabschnitt in einem für sie fremden Land mit einer völlig fremden Kultur.

Die Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 16 Jahren sind in den vergangenen Monaten aus ihren Heimatländern geflohen und haben nun hier in Aachen ihr potenzielles neues Zuhause gefunden. Die Schüler, die in der Internationalen Klasse die ersten Unterrichtsinhalte lernen werden, stammen aus Afghanistan, Syrien, dem Libanon und aus dem Irak. Für Schulleiter Jochen Geradts ist die neue Situation Herausforderung und Abenteuer zugleich: „Es ist unsere erste Internationale Klasse und wir freuen uns, euch hier begrüßen zu dürfen“, betont er und schaut in die gespannten Augen der Neuankömmlinge.

Ins Arabische übersetzt

Oberstufenschülerin Boutaina Moussali übersetzt die Worte des Direktors ins Arabische. Noch ist ihnen die deutsche Sprache weitestgehend fremd, aber schon in drei bis vier Wochen hoffen die vier Lehrerinnen, die in der Internationalen Klasse unterrichten werden, dass die Schüler in einigen Fächern den Lerninhalten in den normalen Klassen folgen können.

Dass das Rhein-Maas Gymnasium überhaupt eine Internationale Klasse bekommen hat, haben die Verantwortlichen erst Anfang des Jahres erfahren, wie Geradts ergänzt: „Die Auswahl, welche Schüler zu uns kommen, trifft das Kommunale Integrationszentrum, das die Information von der Bezirksregierung Köln erhalten hat. Bisher haben das Couven-, das Anne-Frank sowie das Geschwister Scholl-Gymnasium schon Erfahrungen mit Internationalen Klassen. Unsere Schule, das Einhard-Gymnasium sowie ab Mai auch das Pius-Gymnasium richten dann ebenfalls eine solche Klasse ein.“

Ein weiterer Punkt, weshalb viele Schüler nun auch ans Gymnasien kommen, sei, dass alle anderen Schulformen dem Andrang von Flüchtlingen einfach nicht mehr gewachsen seien.

Schnelle Integration

Im bilingualen Rhein-Maas mit knapp 650 Schülern ist man aber zuversichtlich, dass sich die Neuen schnell integrieren werden, was unter anderem auch an den Paten, den engagierten Eltern und den ehemaligen Lehrern liegt. „Durch Schulpaten und Eltern lernen sie auch den Alltag ihrer deutschen Mitschüler kennen. Mal geht man zusammen zum Fußballverein, mal in die Stadt. Es geht nicht nur um den Spracherwerb, sondern auch darum, die Kultur und das ganze Drumherum kennenzulernen“, so Geradts weiter.

Aktuell werden in Aachen 672 Seiteneinsteiger im Alter von sechs bis 18 Jahre beschult. 76 Kinder und Jugendliche sind noch unversorgt, was aber unter anderem auch daran liegt, dass sie bisher noch gar nicht alphabetisiert sind oder lediglich das arabische Schriftbild beherrschen. Von den 672 Seiteneinsteigern werden 242 in Grundschulen unterrichtet und 506 in den weiterführenden Schulen, wie etwa Haupt- und Realschule oder Gymnasien sowie Berufskollegs.

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