Rettung von Avantis: Gewährt die Stadt Kredit?

Von: Stephan Mohne
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Avantis
Avantis-Pleite: Der Aachener Stadtrat soll am Mittwoch die Entscheidung fällen, der mit 24 Millionen Euro bei einer niederländischen Bank verschuldeten Gesellschaft massiv finanziell unter die Arme zu greifen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Um die Rettung der vor dem Konkurs stehenden Avantis-Vermarktungsgesellschaft entbrennt heftiger politischer Streit. Der Aachener Stadtrat soll am Mittwoch die Entscheidung fällen, der mit 24 Millionen Euro bei einer niederländischen Bank verschuldeten Gesellschaft massiv finanziell unter die Arme zu greifen.

Die Stadt als einer von vier Gesellschaftern soll wie die anderen Partner bis zu 6,75 Millionen Euro Kredit gewähren.

Damit soll sich die „Avantis GOB” von ihren Verbindlichkeiten „freikaufen”, um dann einen Neustart unter anderen Bedingungen einleiten zu können. Eigentlich sollte sich die Gesellschaft durch Grundstücksverkäufe selbst finanzieren, aber in den knapp elf Jahren seit der Avantis-Eröffnung wurden kaum Grundstücke verkauft.

Derzeit zeichnet sich eine Mehrheit für den Weg ab, Avantis zu retten. CDU, Grüne und SPD werden wohl zustimmen. Die FDP hingegen will „gutes Geld nicht schlechten Dingen hinterherwerfen”. Avantis sei am Ende.

Von vornherein sei es falsch konzeptioniert gewesen. Die FDP ist für das Konkursverfahren. Das könnte die Stadt aber wegen Bürgschaften und zurückzuzahlender Landeszuschüsse bis zu 20 Millionen Euro kosten. Das sei ein bitterer Verlust, so die Liberalen, „aber der wird so oder so kommen”.

Massiv verärgert sind auch die Linken, die sich völlig überrollt fühlen. „Wir sollen das jetzt einfach durchwinken, und mit dem Zeitdruck wird uns die Pistole auf die Brust gesetzt. Nicht mit uns”, hieß es dort am Montag.

Alle Parteien wollen indes geklärt wissen, warum hochspekulative Zinsderivate Bestandteil der Kreditverträge waren. Diese Papiere haben zum jetzigen Zeitpunkt einen Verlust von 700.000 Euro zu verzeichnen.
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