Rettung für angeschlagene Alemannia in Sicht

Von: dpa
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Tivoli
Der neue Tivoli in Aachen. Foto: dpa

Aachen. Für den finanziell angeschlagenen Fußball- Zweitligisten Alemannia Aachen deutet sich eine Rettung an. Die Stadt wird sehr wahrscheinlich für den Verein eine Bürgschaft übernehmen, knüpft diese aber an Bedingungen.

CDU und Grüne signalisierten am Dienstag ihre Zustimmung für eine Bürgschaft über maximal 5,5 Millionen Euro, die SPD wartete noch auf die Bewertung eines Wirtschaftsprüfers, stimmt tendenziell aber auch zu. Damit gäbe es bei der nichtöffentlichen Ratssitzung am Mittwoch eine Mehrheit.

Die Rettung kommt in letzter Minute. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erwarte bis zum 30. April eine verbindliche Zusage für die Deckung der Finanzlücke von 5,5 Millionen Euro, ansonsten gebe es keine weitere Lizenz, hieß es in der Politik. Dem Verein fehlen für den laufenden Betrieb rund drei Millionen Euro und rund 2,5 Millionen für den Ausbau der Infrastruktur.

Hintergrund des Problems ist der Stadionneubau. Dabei hat der Club nicht kalkulierte Kosten übernommen wie die Rodung des Baugrunds, Entschädigung der Vornutzer und Baukosten für das Parkhaus. Der Verein habe Zeitdruck gestanden und das Projekt durchgezogen, hatte die Alemannia ihr Vorgehen begründet.

„Durch die Schieflage im Bereich des Profifußballs droht der Stadt hoher finanzieller Schaden”, begründete CDU-Fraktionschef Harald Baal die Haltung der größten Fraktion. Durch Pachtausfälle und nicht bezahlte Rechnungen könnte der Stadt ein Schaden von mindestens 30 Millionen Euro entstehen.

Die Bürgschaft ist an Bedingungen geknüpft. Als Absicherung soll die Stadt den treuhänderischen Zugriff auf das Stadion bekommen. Die Alemannia muss zudem das Sanierungskonzept strikt einhalten. Es sieht unter anderem die Begrenzung der Mittel für den Spielerkader auf sieben Millionen Euro vor. In Aachen hat Schwarz-Grün die Mehrheit.

„Die Information der Politik durch die Alemannia war mehr als mäßig”, kritisierte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig. Der Verein habe Geld aus dem laufenden Geschäftsbetrieb in das neue Stadion gesteckt und sei dadurch in Schwierigkeiten gekommen. Ohne Bürgschaft würde sich die Stadt selbst schaden. „Sie hat Forderungen gegenüber der Alemannia, die sonst nicht gedeckt werden könnten.”

Unterdessen hat die Deutsche Fußball Liga am Dienstag Alemannia Aachen unter Auflagen die Lizenz für die Saison 2010/2011 erteilt.

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