Aachen - Restaurant Havana schiebt die Pleite aufs Rauchverbot

Restaurant Havana schiebt die Pleite aufs Rauchverbot

Von: Robert Esser
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Kann einpacken: Das Restaurant „Havana“ schließt am Wochenende an der Komphausbadstraße 15-19. Foto: Michael Jaspers
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Zukunft ungewiss: Ob das „Aoxomoxoa“ in der Reihstraße bestehen bleibt, ist offen. Foto: Robert Esser

Aachen. Am morgigen Samstagabend knipst Gastronom Sepehr Emamzadeh im Restaurant „Havana“ das Licht aus – Feierabend, und zwar für immer. Nach 13 Jahren schließt das Lokal in der Komphausbadstraße 15-19. „Unser Pachtvertrag wurde von der Carlsberg-Brauerei nicht mehr verlängert, wir mussten Insolvenz anmelden“, erklärt Emamzadeh.

In den vergangenen Jahren seien die Einnahmen im „Havana“ immer weiter gesunken, was zu erheblichen Pachtrückständen geführt habe. „Seitdem dann im Mai dieses Jahres das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz in NRW radikal das Rauchen in allen Räumen verboten hat, gingen die Umsätze nochmals um 40 Prozent zurück“, klagt der Wirt.

„Dabei hatten wir zuvor, nach der ersten Regelung des Nichtraucherschutzes, noch 70.000 Euro in die Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereiche investiert – alles verloren“, ärgert er sich. „Wir haben eine große Theke im Hauptraum. Da war früher immer was los, weil man dort noch rauchen durfte. Mit dem Verbot waren die Umsätze dann bei Null“, schildert Emamzadeh.

Vier Angestellte, drei Azubis und zwölf Aushilfen verlieren ihre Jobs. Die Einrichtung des kubanischen Gastrobetriebs soll verkauft werden. Carlsberg sucht bereits einen neuen Betreiber für das rund 400 Quadratmeter große Restaurant im Erdgeschoss des Alten Kurhauses.

„Es gibt schon einige Interessenten mit guten Konzepten“, erklärt Reiner Polzin von der Carlsberg Group auf AZ-Anfrage. „Wir gehen davon aus, dass bald ein Nachfolger einziehen kann“, sagt er. Die Entscheidung werde sicherlich in den kommenden Wochen fallen. „Das kann ganz schnell gehen“, so Polzin.

Noch einige Jahre länger als das „Havana“ existiert indes der „Musicclub Aoxomoxoa“ in der Reihstraße 15. Vor allem Nachtschwärmer strömen seit Langem zu Partys und Konzerten in den Klub. Am Wochenende ist bis 5 Uhr morgens geöffnet.

Auf der Website des „Aoxomoxoa“ – was übrigens so viel wie „transzendenter Zustand“ heißt – endet das Veranstaltungsprogramm Ende Oktober 2013. Wie es weitergeht, ist laut Betreiber Martin Gotzes völlig offen. „Wir verhandeln intensiv, mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen“, erklärt der Gastronom, der am Büchel auch das Restaurant „Common Sense“ betreibt.

Im November stehe fest, ob das „Aoxomoxoa“ als beliebte Anlaufstelle für Fans von Musik abseits des Mainstreams bestehen bleibe, heißt es.

Generell gilt vielerorts: Mit dem strikten Rauchverbot der rot-grünen Landesregierung sanken in vielen Gastronomiebetrieben Besucherzahlen und Einnahmen. Und: Rauchergruppen vor Gaststätten, Lokalen, Klubs und Diskotheken weichen für den Zug am Glimmstängel – mangels Alternative – gehäuft auf die Straße aus.

Vor den Eingangsbereichen sorgt dies für deutlich mehr Lärm. Die Folge: Anwohner fühlen sich in ihrer Nachtruhe gestört und alarmieren das Ordnungsamt – oder die Polizei nach deren Feierabend.

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