Replik von Karls Talisman im Centre Charlemagne

Von: Marie Eckert
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Der Talisman von Kaiser Karl: Dr. Wolf Steinsieck, Dr. Angelika Ivens, Professor. Frank Pohle und Philipp Hausmann gebutachten das Kunstwerk. Die Replik ist im Centre Charlemagne zu sehen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ob Aberglaube oder nicht: Selbst Karl der Große hatte einen Glücksbringer, einen Talisman. Der wechselte nach seinem Tod mehrmals Ort und Besitzer und landete schließlich im Jahre 1919 in der Kathedrale in Reims. Bis heute wird das Reliquiar im Palais du Tau, dem erzbischöflichen Palast, aufbewahrt.

Nun ist es aber so, dass seit dem Jahre 1967, also seit genau 50 Jahren, zwischen den Städten Aachen und Reims eine Städtepartnerschaft besteht. Zum Karlsjahr 2014 hatte die Aachener Gold- und Silberschmiede-Innung also eine Idee: Warum nicht eine Replik des kaiserlichen Glücksbringers anfertigen?

Aus der Idee wurde ein Plan. Der ehemalige Honorarkonsul und ehemalige Vorsitzende der Städtepartnerschaft Aachen-Reims, Dr. Wolf Steinsieck, stellte den Kontakt nach Reims her und dem Plan folgte die Umsetzung: Die Goldschmiede konnten das mittelalterliche Reliquiar in Augenschein nehmen und vermessen – ohne es zu berühren. 350 Arbeitsstunden später hatten die 13 Schmiede eine perfekte, maßgetreue Kopie des Talismans erschaffen.

Er besteht aus 330 Einzelteilen, wiegt so viel wie zweieinhalb Tafeln Schokolade und ist etwas kleiner als eine Handfläche. Vorder- und Rückseite sind mit filigranen Einarbeitungen verziert, mit Goldkugeln, Naturperlen und Smaragden. Herzstück des Glücksbringers ist ein großer Saphir in der Mitte. Zwischen dem Saphir und einem blauen Glasfluss enthält der Talisman eine Kreuzreliquie, ursprünglich sollen sich sogar die Haare Mariens darin befunden haben.

Bis zum Jahre 1804 befand sich der Talisman in Aachen, dann wurde er vom Aachener Bischof Marc Antoine Berdolet nach Reims verschenkt – und zwar an niemand geringeren als die Frau von Napoleon, Joséphine de Beauharnais. Über Generationen wurde der Glücksbringer alsdann weitervererbt, nach dem ersten Weltkrieg hätte er im Jahre 1919 nach Aachen zurückkehren können, doch die Frau von Napoleons verstorbenen Enkel entschied sich aus Mitgefühl über die im Krieg zerstörte Reimser Kathedrale zu einer Schenkung des Talismans nach Reims.

Und damit schließt sich der Kreis zur Gegenwart: Seit 2014 besitzt Aachen nun die Replik des Glücksbringers, zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft wird sie ab sofort noch bis zum Sonntag, 5. Februar, im Centre Charlemagne zu sehen sein. Und damit das schöne Stück auch immer gezeigt werden kann, schenkten die Goldschmiede es sowohl der Stadt als auch dem Domkapitel, sodass der Talisman in der Zukunft regelmäßig und abwechselnd an zwei Orten ausgestellt werden wird.

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