Reparatur der Brunnen läuft nicht flüssig

Von: Robert Esser
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Defekte Düsen: Weil die Reparatur des Brunnens im Rosengarten an der Passstraße auf sich warten ließ, wurde in der ehemaligen Wasserschale kurzerhand ein Beet gepflanzt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die sprichwörtlich sprudelnde Vielfalt Aachens fällt vielfach flach. 12 von 81 Brunnen im Stadtgebiet sind nach Auskunft der Verwaltung derzeit außer Betrieb.

Und jetzt steht wohl fest, dass eine Reihe der beliebten Wasserattraktionen endgültig ihrer ursprünglichen Brunnen-Funktion beraubt ist. Dies hat Björn Gürtler vom Presseamt der Stadt auf Anfrage der AZ bestätigt.

Weniger Vandalismus

Erfreulich scheint hierbei zumindest, dass den meisten Aachener Brunnen nicht mehr von Vandalen - ganz buchstäblich - der Hahn abgedreht wird. „Natürlich kommt es immer wieder zu Ausfällen, die auf Vandalismus zurückzuführen sind”, sagt Gürtler. „Doch an vielen Brunnen nagt einfach der Zahn der Zeit.”

Und nicht überall stehen direkt finanzielle Mittel zur Verfügung für aufwändige Reparaturen, Sanierungsmaßnahmen und spezielle Ersatzteile - wie jüngst beim Karlsbrunnen auf dem Aachener Markt. Vor elf Monaten wurde die 125.000 Euro teure Generalüberholung des ältesten Brunnens der Stadt (1620) vollendet.

Noch bis Ende Oktober dieses Jahres läuft indes die Sanierung des Burtscheider Thermalbrunnens: Fliesen- und Abdichtungsarbeiten bis Ende Oktober. Wie der 56 Jahre alte Brunnen der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden soll, ist allerdings noch unklar.

Denn das heiße Heilwasser ordnet die Europäische Union neuerdings als „Medizin” ein. Und die darf - ähnlich wie beim arsenhaltigen und noch schwefelhaltigeren und jetzt wegen Bauarbeiten abgesperrten Elisenbrunnen - nur fachgerecht kontrolliert unters Volk gebracht werden.

Schnellstens angehen will die Stadt indes die Entsandung des Spielbrunnens an der Brabantstraße. An der Metall-Konstruktion versagen zudem einige Druckspüler den Dienst.

Anderswo existiert allerdings noch nicht einmal ein Zeitplan für etwaige Instandsetzungsvorhaben: Der Frankenberger Teich leidet unter undichtem Mauerwerk, im angrenzenden Brunnen an der Bismarckstraße liefert die Wasserkanone nicht mehr die Spur einer Fontäne.

Ein kaputter Druckspüler legt den Brunnen am Hubertusplatz lahm, am Brunnen Kruppstraße fehlen Ersatzteile. Das Wasserspiel am Sandhäuschen fiel dem Abriss in Laurensberg gleich mit zum Opfer. Nach erheblichem Wasserverlust kam für den Brunnen am Driescher Hof das Aus.

Schalen sind gerissen

An der Monheimsallee ist die Brunnenschale am Pumpenhäuschen im Park gerissen, genauso wie am Neuenhof. Weil defekte Wasserdüsen am Rosengarten an der Passstraße nicht ersetzt wurden, hat man die Brunnenschale kurzerhand zum Blumenbeet umfunktioniert.

Nur von kurzer Dauer soll indes die Betriebspause am „Platz für Wasserkunst” hinter dem Aachen-Fenster am Büchel bleiben. „Der wird gerade auf Undichtigkeiten überprüft”, klärt Gürtler auf.

Fazit: Im Schnitt ist derzeit etwa jeder siebte Brunnen der Stadt stillgelegt. Die anderen sollen frühestens Ende Oktober zum ersten Frost abgeschaltet werden. Bis Ostern laufen dann lediglich Thermalwasser-gespeiste Brunnen weiter - etwa an den Kurparkterrassen in der Dammstraße, am Spielcasino und der „Kreislauf des Geldes” an der Hartmannstraße. So flüssig wie beim letztgenannten Brunnen, wird´s eben auch künftig nicht überall laufen.
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