Rekord: Stadt Aachen zählt 254.782 Menschen

Von: Robert Esser
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Herbert May
Überbrachte Oberbürgermeister Marcel Philipp (links) die Neujahrsgrüße der Handwerkerschaft: Kreishandwerksmeister Herbert May (2.v.l.). Foto: Harald Krömer
Markt Aachen
Aachen wächst enorm. Das hat Folgen, nicht nur für den Wohnungsmarkt.

Aachen. Auf Rekordkurs erzielt Aachen bei der Bevölkerungszahl neue Höchstwerte. „Aachen wächst nicht nur, weil wir Flüchtlinge aufgenommen haben, sondern weil wir Anziehungskraft gewonnen haben – hier spielt das Thema Wissenschaft eine besondere Rolle“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp am Donnerstag beim Neujahrsempfang im Aachener Rathaus.

Dabei nimmt der Anteil der Mitbürger mit türkischem Pass weiter ab, obwohl es insgesamt immer mehr Ausländer in der Stadt gibt. In naher Zukunft rechnet man zudem damit, dass jeder zweite Aachener einen Migrationshintergrund hat. Derzeit ist es nach Schätzungen etwa jeder dritte.

Exakt 254.782 Menschen (inklusive 2521 mit Nebenwohnsitz) waren zum jüngsten Stichtag – 31. Dezember 2016 – in der Kaiserstadt gemeldet. Dies teilte die Stadt auf AZ-Anfrage mit. Das sind immerhin 837 mehr als im Vorjahr und über 10.000 mehr als im Jahr 2009. Damals war Aachens Einwohnerzahl auf einen fast historischen Tiefstand abgerutscht. Hauptverantwortlich für den Zuwachs sind tatsächlich Flüchtlinge und Studierende.

Die Aachener Hochschulen zählen zum laufenden Semester 54.587 angehende Akademiker – so viele wie niemals zuvor. Es sind knapp 20.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Beide Gruppen zählen deutlich mehr Männer als Frauen (insgesamt in Aachen knapp 10.000) und sind besonders jung. Was dazu führt, dass gut 41 Prozent der Aachener jünger als 31 Jahre sind. Jeder Vierte ist zwischen 19 und 30 Jahre alt.

„Diese Daten des Fachbereichs Statistik und Stadtforschung sind für uns enorm wichtig. Sie sind die Grundlage unserer Stadtentwicklung – nicht nur was die Entwicklung und Förderung unseres Wohnungsmarktes angeht“, sagte der OB. „Wir wissen, dass wir den Wohnungsbau unterstützen müssen, damit uns die Mietpreise nicht explodieren.“

Es sei eine Herausforderung, angesichts des Booms beim Mehrfamilienhausbau alle planungsrechtlichen Schritte in der Stadtverwaltung abzuarbeiten. Aber: „Ich bin unzufrieden mit der Entwicklung beim Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern. Das ist zu wenig“, erklärte Philipp. Großbauprojekte betreffen fast alle Stadtteile.

In früheren Jahren gab es bis zu 8000 Mitbürger mit türkischem Pass in Aachen. Diese größte ausländische Gruppe wird kleiner, liegt aktuell bei 6271 Menschen. Was natürlich an den in Deutschland geborenen Kindern türkischer Eltern liegt. Gleichwohl wächst nämlich der Anteil der Aachener mit Migrationshintergrund kontinuierlich.

„Dieses Jahr werden wir dazu erstmals genaue Daten mit dem neuen System ,MigraPro‘ erheben. Damit lässt sich die Bevölkerung auch im Hinblick auf den Migrationshintergrund jüngerer Generationen genauer erfassen“, erläuterte Yvonne Debald, Leiterin des Fachbereichs Statistik. Mit belastbaren Ergebnissen wird im kommenden Jahr gerechnet. In aktuellen Kalkulationen geht man davon aus, dass schon fast jeder zweite Aachener einen Migrationshintergrund hat.

Aufgrund der Flüchtlingsproblematik stark gestiegen ist der Anteil syrischer Menschen in Aachen. Sie stellen nun mit 2518 Personen die zweitstärkste ausländische Gruppe. Mit 2254 Chinesen rangiert das Land der Mitte direkt dahinter, vor allem wegen der vielen chinesischen Studierenden in Aachen. Danach folgen Polen (1968), Niederländer (1576), Griechen (1575), Rumänen (1568), Inder (1467), Italiener (1216) und Spanier (1181) in den Top Ten der größten Ausländergruppen.

In Aachen leben Menschen aus 152 Nationen. Auffällig: Nur 978 Bürger aus unserem Nachbarland Belgien wohnen in der Kaiserstadt. Und die Rumänen sind seit 2013 schlagartig stark vertreten, seitdem benötigen sie hier keine Arbeitserlaubnis mehr. „Integration“ und „Familienfreundlichkeit“ spielen angesichts der „jungen Stadt“ eine immer größere Rolle. Philipp legt Wert auf flexible U3-Betreuung und einen modernisierten Bildungssektor. Auch hier will man Rekorde schreiben.

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