Reizthema Umgehungsstraße: Wohnbauprojekt Richtericher Dell

Von: Günther Sander
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Viel Platz für neue Bürger: Unter anderem an der Vetschauer Straße soll das riesige Wohnungsbauprojekt Richtericher Dell entstehen, gegen das es vor Ort großen Widerstand gibt – wie sich jetzt auch wieder auf einer Bürgerinformationsveranstaltung zeigte. Foto: Harald Krömer

Richterich. Je später der Abend, desto schärfer die Kritik und umso unbefriedigender die Antworten – so kann man zumindest aus Sicht vieler Bürger das Fazit der Bürgerinformation zum riesigen Wohnungsbauprojekt Richtericher Dell in der voll besetzten Peter-Schwarzenberg-Halle zusammenfassen.

„Wir brauchen in Aachen mehr Wohnungen“, betonte Planungsdezernent Werner Wingenfeld zu Beginn, und Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne (CDU) machte unmissverständlich klar: „Unabdingbar ist die Forderung des Bezirks, dass kein zusätzlicher Verkehr über die bestehenden Straßen fließen darf.“ Die Erschließung des Neubaugebietes müsse über eine neue Umgehungsstraße erfolgen.

Wingenfeld verteidigte die Entscheidung, das Neubaugebiet am Ortsrand zu errichten. Es gelte aber, Beeinträchtigungen abzufangen und mit der Ortsumgehung weiter zu kommen. „Als Stadt sind wir verpflichtet, alle Belange abzuwägen“, so der Planungsdezernent. „Man muss uns glauben, dass wir es ernst meinen“, sagte er, „wir müssen uns aufeinander verlassen können.“

In einer lebhaften Diskussion ging es dann Schlag auf Schlag. „Dann sagen Sie uns doch klipp und klar, dass die Ortsumgehung kommen wird, ehe es mit dem Bauen losgeht“, wurde mehrfach gefordert. Die Stadt müsse doch in der Lage sein, eine klare Aussage, ein klares Bekenntnis zur der Ortsumgehung zu treffen. Viele Bürger befürchten ohnehin, dass „neue Schleichwege“ für großen Ärger sorgen werden.

Und andere vermuten, das sich „die Verhandlungen mit der Bahn lange Jahre hinziehen“ würden – diese Verhandlungen sind nötig, weil für die Umgehungsstraße die Bahnlinie untertunnelt werden muss. Besonders auf gezielte Fragen, die den Verkehr betrafen, blieb die Verwaltung zum Teil konkrete Antworten schuldig. Sie musste sich Gelächter gefallen lassen, als es hieß, der Schleichverkehr könne so stark nicht werden.

Zum Zeitplan führte die Verwaltung aus, die Planverfahren für den ersten Bauabschnit der Wohnbebauung und Ortsumgehung seien parallel in Arbeit. Mit dem ersten Bauabschnitt werde erst begonnen, wenn die Straße fertig sei. Mit deren Fertigstellung werde 2020 gerechnet.

Tags darauf ging es in der Bezirksvertretung Richterich um das gleiche Thema – und das Fragen-Karussell dreht sich munter weiter. Diesmal war die „Bürgerinteressen Richtericher Dell“ (BI) am Zuge, die Aufklärungsbedarf zu den Planverfahren, zur zeitlichen Abfolge der Maßnahmen, zur Wirtschaftlichkeitsberechnung und zum Gutachten anmeldete. Und die BI beharrte auf klare Verhältnisse: „Erst die Straße, dann die Häuser!“

Alle Fraktionen empfahlen dann gemeinsam dem Planungsausschuss, die Verwaltung zu beauftragen, die Bauleitplanung für den ersten Bauabschnitt und für die Erschließungsstraße weiter parallel zu verfolgen. Vor Beginn der Hochbautätigkeit müsse die Ortsumgehung fertiggestellt sein. Die Verwaltung soll weiter beauftragt werden, geeignete Mechanismen dafür zu finden, dass die Arbeiten zur Erschließung des Baugebietes ausschließlich über die eigens zu errichtende Baustellenerschließungsstraße erfolgen.

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