Reizgas in der City-Passage: Kind unter Verletzten

Von: Oliver Schmetz/red
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Chemie-Einsatz in der City-Passage: Zum zweiten Mal binnen zehn Tagen musste die Einkaufspassage geräumt werden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Bei der zweiten mutmaßlichen Reizgasattacke in der City-Passage binnen zehn Tagen sind am vergangenen Samstag laut Polizei nicht wie zuerst angegeben zwei, sondern drei Personen verletzt worden, darunter auch ein fünfjähriges Mädchen mit seiner Mutter.

Die Kripo ermittelt, konkrete Hinweise auf den Täter gibt es noch nicht.

Nachdem die City-Passage am Willy-Brandt-Platz am Samstagnachmittag zum zweiten Mal binnen zehn Tagen geräumt werden musste, weil Passanten über Atemwegreizungen klagten, gehen Feuerwehr und Polizei mittlerweile von kriminellen Taten aus.

Die Ermittler fahnden nach einem oder mehreren Tätern, die sowohl am 11. Mai als auch am Samstag in der Einkaufspassage absichtlich Reizgas – zum Beispiel Pfefferspray – versprüht haben. Und das mit üblen Folgen: Wie schon beim ersten Mal mussten auch am Samstag drei Personen mit Atemwegsverletzungen vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden, darunter ein Kind.

„Die Vermutung liegt nahe, dass sich da jemand einen ganz bösen Scherz erlaubt“, erklärte Feuerwehr-Einsatzleiter Georg Schümmer am Sonntag auf Anfrage. Beim zweiten Großeinsatz der Feuerwehr am Willy-Brandt-Platz habe sich dieser Verdacht erhärtet. Diesmal sei nämlich unter den betroffenen Passanten auch ein Polizeibeamter gewesen, der aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen wegen des Geruchs und Geschmacks des Stoffes sofort auf Pfefferspray getippt habe.

Einen eindeutigen Nachweis dafür gibt es allerdings nicht. Wie schon beim ersten Alarm, als man an einem Mittwochabend fast drei Stunden lang in der Passage im Einsatz war, fand die mit einem kompletten Chemiezug angerückte Feuerwehr keine Spur eines Reizstoffes oder Giftes. „Der Stoff hatte sich da wohl schon in der Luft verflüchtigt“, vermutet Schümmer. Hinweise auf einen Unfall als Ursache, beispielsweise das Auslaufen oder Entweichen giftiger Stoffe, gab es wie schon beim ersten Mal nicht.

Um 16.45 Uhr waren der Leitstelle an Samstag gleich mehrere Personen mit Atemwegsreizungen gemeldet worden. Die Feuerwehr rückte mit 23 Einsatzkräften, einem Notarzt und zwei Rettungswagen an und räumte vorsorglich die komplette City-Passage. Auf eine Evakuierung des angrenzenden großen Wohnhauses wurde diesmal verzichtet. Sämtliche Messungen blieben ohne Ergebnis, alle betroffenen Passanten wurden vom Rettungsdienst vor Ort untersucht. Gegen 18 Uhr war der Einsatz beendet.

Feuerwehr-Einsatzleiter Schümmer hofft nun, dass Passanten in der Passage künftig Augen und Ohren offen halten, damit dem oder den Tätern das Handwerk gelegt werden kann. So sieht man das auch bei der Polizei, die mögliche Zeugen darum bittet, sich zu melden. Ob es bereits konkrete Hinweise gibt, konnte auf der Polizeileitstelle am Sonntag nicht gesagt werden. Allerdings wurde bestätigt, dass die Kripo bereits seit dem ersten Vorfall am 11. Mai ermittelt.

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