Reittherapiezentrum: Im Abenteuerland die Schmerzen vergessen

Von: Svenja Pesch
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Der „kleine Onkel” passt bes
Der „kleine Onkel” passt bestens in die Familie: Das Pony mit dem lustigen Namen hilft rheumakranken Kindern und auch deren Geschwistern und Eltern, die Krankheit einmal zu vergessen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Zahl ist erschreckend hoch: In Deutschland leiden rund 800 000 Menschen an Rheuma. Schwellungen, Schmerzen an den Hand-, Fuß-, und Fingergelenken sowie an der Halswirbelsäule sind einige der Symptome. Was jedoch die Wenigsten wissen: Sechs von 1000 Kindern erkranken ebenfalls an dieser Krankheit.

Seit gut zwei Jahren treffen sich im „Reittherapiezentrum Abenteuerland Aachen” daher einmal wöchentlich Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, die rheumatische Beschwerden haben. Das Besondere ist, dass auch ihre gesunden Geschwister an dem Projekt „Reittherapie für rheumakranke Kinder - Familien stark machen” teilnehmen.

Annelie Schütte, hauptamtliche Mitarbeiterin der „Deutschen Rheuma-Liga NRW e.V.”, weiß, wie wichtig es ist, dass alle Familienmitglieder an einem Strang ziehen: „Wir haben eine Kooperation mit der Kinder-Rheuma Stiftung, die das Reiten möglich macht.

Uns ist es nicht nur wichtig, dass die kranken Kinder gemeinsam mit ihren Geschwistern das Reiten erleben, wir möchten zudem die Gesellschaft aufklären. Denn leider denken die Meisten, dass Rheuma nur ältere Menschen betrifft, wodurch die Leiden der Kinder oftmals nicht erst genommen oder gar verkannt werden. Und die gesunden Geschwister müssen dann ab und an zurückstecken. Hier arbeiten sie zusammen und können ihre Sorgen vergessen.”

Die Sorgen vergessen und den Alltag und die Schmerzen für ein paar Stunden hinter sich lassen - eine, die das mit viel Engagement möglich macht, ist Jana Engels.

Die Hippotherapeutin absolvierte eine Ausbildung für Behindertenreitsport und kümmert sich seitdem um Kinder, die an einer Krankheit oder Behinderung leiden. Dabei ist ihr vor allem wichtig, dass sich ihre Schützlinge soweit es geht selbst um die Pferde kümmern: „Die Kinder machen alles selbst. Das Satteln, das Putzen und natürlich auch das Fertigmachen zum Reiten. Sie sollen lernen, sich gegenseitig zu helfen und Hand in Hand zu arbeiten. Die Geschwister rücken wieder ein Stück zusammen, Einschränkungen und Schmerzen können sie für einen Moment vergessen.”

Die positive Wirkung bestätigen auch die Eltern. Tanja und Gerd Lux schicken ihre achtjährige Tochter Anna seit gut vier Wochen zum therapeutischen Reiten - mit Erfolg. „Seitdem sie hierhin kommt, geht sie viel gelassener mit ihrer Krankheit um”, erzählt Tanja Lux. „Vor allem als sie zu mir sagte: ,Mama, hier bin ich nicht alleine, die anderen Kinder haben auch Rheuma”, habe ich mich sehr gefreut und wusste, dass es ihr gut tut.”

Und während die Eltern von der Galerie aus auf die Halle in Grüne Eiche blicken, treffen ihre Kinder gerade die letzten Vorbereitungen, bevor die Pferde sie dann für eine Weile ihre Schmerzen vergessen lassen - und sie selbst einfach nur ganz „normale” Kinder sein können.
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