Reifen rollen bald durch Pont- und Großkölnstraße

Von: Matthias Hinrichs
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Zumindest diese Bauschilder si
Zumindest diese Bauschilder sind bald passé: Die Durchfahrt über Büchel und Kleinkölnstraße soll ab Ende Februar wieder möglich sein. Der Verkehr zum Parkhaus an der Mostardstraße fließt ab Mitte März über die untere Pontstraße und hinaus über die Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nein, für Siebziger-Jahre-Nostalgie ist am Rathaus auch fürderhin kein Platz - jedenfalls nicht verkehrstechnisch. Einen provisorischen „Shared Space” wird es (abgesehen vom jecken Treck am Rosenmontag) auf dem Markt nicht geben, wenn demnächst - kleine Ursache, enorme Wirkung - in der Mostardstraße gebuddelt wird.

Noch bevor die nächsten Pfähle ins Herz der Altstadt gerammt werden, ist dieser Plan schon wieder beerdigt. Aber: An allen Ecken und Enden der City rücken die Bautrupps im Auftrag von Stadt, Stawag und „NetAachen” der Heimaterde anno 2012 zu Leibe. Am Donnerstag stellte Planungsdezernentin Gisela Nacken mit Vertretern der beteiligten Unternehmen einen imposanten Katalog von Maßnahmen in Sachen Kanäle, Asphalt und Kommunikation vor. Allein zwischen Februar und April sind über 30 Projekte terminiert.

Also sind Blechpiloten gut beraten, gelegentlich auf ihre Navis zu pfeifen, von wegen Nostalgie. Etwa wenn sie - siehe oben - ab Mitte März das Parkhaus Mostardstraße ansteuern wollen. „Wir sind übereingekommen, dass die Zufahrt bis Ende des Jahres über Neupforte und untere Pontstraße erfolgen kann”, berichtete Regina Poth, Abteilungsleiterin im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

Die Pneus werden also massenhaft ein paar Meter übers Pflaster der Flaniermeile rollen, um direkt vor dem Treppenaufgang zum Karlshof Richtung Stellplatz abzubiegen. Hinaus gehts, weil im Nadelöhr Mostardstraße nun einmal Kanalerneuerungen unumgänglich sind, nur über obere Großkölnstraße, also ebenfalls ein Stück durch die Fußgängerzone, und Minoritenstraße.

Rampe am Dom bleibt vorerst

Stressgeplagten Anwohnern und Geschäftsleuten mag als Trost dienen, dass ins schier unendlich scheinende Projekt Büchel Ende Februar im Wortsinn Bewegung kommt. Dann soll der Verkehr wieder über die Kleinkölnstraße fließen. Der größte Teil der Kanalerneuerung am Büchel erfolgt unterirdisch, betont die Stawag.

Weiter geht es unterdessen mit der Buddelei an der Hartmannstraße und auf dem Markt. Ab April startet der nächste Abschnitt in Sachen Kanäle in der Ursulinerstraße. Rund um den Katschhof geht es gleich nach Karneval wieder in die Tiefe; die Stawag buddelt erst einmal in der Ritter-Chorus-Straße. Die hässliche Asphaltrampe am Boxemönster wird deshalb später als zunächst vorgesehen, nämlich erst nach der Karlspreisverleihung beseitigt, um den Weg für Rettungswagen und Co. offenzuhalten. Schließlich geht - apropos Shared Space - ab März auch der Umbau des Templergrabens inklusive Kanalsanierung in die heiße Phase. Die gesamte Maßnahme dauert voraussichtlich bis zum Herbst 2013. Der Templergraben wird daher bis auf Weiteres zur Einbahnstraße, wahrscheinlich Richtung Super C.

Während die Stawag das vielfach über 100 Jahre alte Leitungsnetz unter der Öcher Altstadt buchstäblich von Grund auf erneuert, setzen die Kommunikationsexperten von „NetAachen” die Versorgung von tausenden Haushalten mit modernsten Datenleitungen für Internet, Telefon und TV an der Hotmanspief, im Ros- und im Bahnhofsviertel fort. Ab Ostern wird auch der Bereich Rehmviertel/Scheibenstraße in Angriff genommen.

In Kürze, berichtet „NetAachen”-Geschäftsführer Andreas Schneider, ist die bislang fünfmonatige Zwangspause infolge der Insolvenz des bisherigen Generalunternehmens passé, ein neuer Partner ist gefunden - und auch der soll gewährleisten, dass die Wanderbaustellen fast immer „nur” auf Gehwegen, über kleine Etappen und kurze Zeiträume eingerichtet werden.

Bleibt die obligatorische Feststellung: Archäologischen Funden ist, Fahrplan hin oder her, in jedem Fall Rechnung zu tragen. Ein Blick auf die ständig aktualisierten Infos im Internet kann also in keinem Fall schaden, solange die Navis das Nachsehen haben.
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