Regenschauer verkürzen Lindners Wahlappell auf dem Marktplatz

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
14509891.jpg
FDP-Chef Christian Lindner zeichnet ein düsteres Bild von der Landesregierung. Dann ziehen auch in Aachen Wolken auf. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Christian Lindner benötigte nur wenige Worte, um den Aachener Markplatz in die Farben Gelb und Magenta zu hüllen. Das lag jedoch weniger an den Worten des Bundesvorsitzenden der FDP und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl.

Vielmehr sorgte das für Aachener nur allzu vertraute Regenwetter für die Farbgebung vor dem Rathaus. Doch der FDP-Landesverband hatte vorgesorgt und in weiser Voraussicht Plastikponchos und Regenschirme an die Anwesenden verteilt – in FDP-Gelb versteht sich.

Als ein schlechtes Omen wollte Lindner die Wetterlage bei seinem Wahlkampfauftritt am Dienstag in Aachen jedoch nicht sehen. Zumindest nicht für die Aussichten der Liberalen bei der Landtagswahl am 14. Mai. Als „dritte Kraft“ wolle er die Partei in den Landtag führen, verkündete er vor den knapp 400 Anwesenden, darunter auffallend viele junge Leute. Die mussten sich vor allem geduldig zeigen.

Denn Lindner ließ rund 45 Minuten auf sich warten. Bis dahin bereiteten ihm der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Joachim Stamp sowie die Direktkandidaten aus Stadt und Kreis den Boden. In einer Vorstellungsrunde rührten die beiden Aachener Landtagskandidaten Peter Blum und Claudia Cormann die Werbetrommel für die FDP. Unterstützung erhielten sie dabei von Werner Pfeil und Anke Göbbels, die wie Blum und Cormann mit der Erststimme in den Landtag ziehen wollen, ihrerseits für die Städteregion Aachen.

Dass die FDP ihre „Schlussphase des Wahlkampfs“ in Aachen einläute, sei dabei kein Zufall, versicherte Lindner. Schließlich sei sie nicht nur die „europäischste Stadt in NRW, in ganz Deutschland“. Für ihn persönlich stehe sie auch für die „Befreiung vor der Angst“: „Schließlich habe ich in Aachen im Karneval zum ersten Mal öffentlich gesungen“, spielte Lindner auf seinen Auftritt bei der Verleihung des Ordens „Wider den tierischen Ernst“ im Februar an.

Damit waren die lockeren Anekdoten der Veranstaltung aber auch abgehakt. Passend zu den aufziehenden Regenwolken zeichnete er ein überaus düsteres Bild der nordrhein-westfälischen Landesregierung: eine unterdurchschnittliche Wirtschaftsleistung, zu viel Bürokratie, eine miserable Bildungspolitik, Staus auf den Straßen und hohe Einbruchszahlen in den Häusern.

„Wir können das Wetter leider nicht ändern, aber die Politik“, resümierte er – und drückte ordentlich aufs Tempo. Gerade mal 25 Minuten dauerte seine Rede, die mit einem Kompliment an diejenigen abschloss, die trotz Nässe tapfer ausharrten: „In dem kalten, ungemütlichen Regen haben Sie Steherqualitäten bewiesen, um in die FDP aufgenommen zu werden.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert