Rechtanspruch: Volle Kitas lassen Eltern leer ausgehen

Von: Thorsten Karbach
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Kitaplätze Kita U3-Betreuung
Die Nachfrage für Kita-Plätze in Aachen ist höher als erwartet. Foto: dpa

Aachen. Angesichts voller Kitas werden Kinder leer ausgehen. Wenn am Donnerstag der Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren auf einen Betreuungsplatz in Kraft tritt, dann weiß Sabine Fischer, dass einige Eltern keinen Platz für ihr Kind gefunden haben.

Fischer, Abteilungsleiterin für Kitas, Offene Ganztagsschule und Tagespflege im städtischen Fachbereich Kinder, Jugend, Schule, ist seit Wochen damit beschäftigt, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen.

Allein die Nachfrage ist größer, als erwartet wurde. Und so gibt es eine Liste mit mehr als 330 Namen von Eltern, die sich im städtischen Kita-Portal angemeldet haben, aber keinen Betreuungsplatz für ihr U3-Kind gefunden haben – wobei der Rechtsanspruch tatsächlich nur für alle Kinder gilt, die das erste Lebensjahr vollendet haben.

Diese Liste wird gerade abgearbeitet. Drei städtische Mitarbeiterinnen sind damit beschäftigt, mit all diesen Eltern Kontakt aufzunehmen. „Bis Ende der Ferien wird dies mindestens dauern, aber die Eltern nehmen es positiv an, dass wir uns melden“, berichtet Fischer. Verpflichtet ist die Stadt dazu nämlich nicht.

Letztlich ergibt der Kontakt mit den Eltern mehr Sicherheit, wie viele Plätze tatsächlich noch mittels Übergangslösungen wie Überbelegungen von Gruppen geschaffen werden müssen. Die ersten Nachfragen bei den Eltern haben ergeben, dass die Stadt bei weitem nicht noch 330 Notplätze einrichten muss. „Einige haben noch einen Platz in der Tagespflege gefunden, bei anderen ergibt sich auf Nachfrage, dass sie auf einen Platz in ihrer Wunsch-Kita warten wollen und können“, erklärt die Abteilungsleiterin. Im abgelaufenen Kita-Jahr gab es 1790 Betreuungsplätze, mindestens 2183 sollen es werden.

Die Wunsch-Kita ist ein großes Thema. „Nicht alle Eltern, die Betreuung wünschen, bekommen Platz in der Wunsch-Kita“, sagt Fischer. Doch fordern die Eltern genau diesen ein. Aber: Der neue Rechtsanspruch gilt nur für einen Betreuungsplatz insgesamt und nicht für den gewünschten Betreuungsplatz.

Ganz praktisch könnte also Richtericher Eltern ein Platz in einer Walheimer Einrichtung angeboten werden, und die Stadt hätte ihren Rechtsanspruch erfüllt. Doch ist den Verantwortlichen bewusst, dass diese Fahrstrecke für die Eltern nicht der richtige Weg sein kann. „Wir suchen gemeinsam nach der besten Alternative“, sagt Fischer.

31 Anrufe an der Hotline

Melden können sich die Eltern auch bei der Stadt – es wurde eigens eine sogenannte U3-Hotline eingerichtet. Unter Telefon 0241/432-45252 können Eltern von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 18 Uhr ihre Fragen, Sorgen und Nöte ausdrücken.

„Es gibt auch verärgerte Anrufer, aber das sind ganz wenige“, erzählt Fischer. Und überhaupt: Bis Montagabend wurden an der Hotline gerade einmal 31 Anrufer gezählt. In 20 Fällen konnten die Call-Center-Mitarbeiter helfen. Elfmal wurde das Telefonat an Fischer und ihr Team weitergeleitet. „Es ist wichtig, dass Eltern sich mit ihren Fragen melden, dass wir ins Gespräch kommen“, sagt Fischer. Denn letztlich kann im Dialog eines verhindert werden: dasTelefonEltern aufgrund des unerfüllten Rechtsanspruches klagen.

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