„Rebellion 1830“: Theater K probt den Aufstand

Von: Maike Holle
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Authentische Geschichte am prädestinierten Ort: Andreas Lorenz vom Tuchwerk in der Soers und Mona Creutzer (vorn) und Birgit Jansen vom Theater K präsentieren „Rebellion 1830“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. 1830 – bei vielen Arbeitern herrscht Unmut über die Industrialisierung. Wenn auch die Vorteile der zunehmenden Anzahl an Maschinen auf der Hand liegen, führt ebendies zu niedriger Bezahlung. Wut und Angst wachsen stetig an. In vielen Teilen Europas kommt es zu Rebellionen, so auch in Verviers und Elberfeld. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Welle des Aufruhrs auch nach Aachen überschwappt.

Am 30. August 1830 griffen Aachener Arbeiter eine Tuchfabrik an. Dann zog die Menschenmenge zum Haus von James Cockerill. Er war eine der treibenden Kräfte der Industrialisierung. Sein Haus wurde geplündert und zerstört. Danach stürmte die Meute das Gefängnis, um die Gefangenen zu befreien. Eine bewaffnete Bürgerwehr schaffte es schließlich, den Aufstand niederzuschlagen.

Mona Creutzer, die das Stück „Rebellion 1830“ inszenierte, hat unzählige Dokumente und Gerichtsakten zusammengetragen und durchforstet. Vor drei Jahren brachte sie das Schauspiel erstmals auf die Bühne. Jetzt bildet es für das Theater K erneut den Auftakt nach der Sommerpause im Tuchwerk. Zum 187. Jahrestag des Aachener Aufruhrs soll „Rebellion 1830“ in Zukunft als fester Bestandteil des Programms jährlich zum 30. August aufgeführt werden.

Die Rebellion ist in der Aachener Geschichtsschreibung bislang eher wenig beachtet worden. Doch das Stück soll das Ereignis zurück in die Köpfe bringen – und das auf ganz besondere Weise. „Rebellion 1830“ ist ein energiegeladenes Stück, bei dem das Publikum buchstäblich mitgerissen wird. „Durch mehrere Spielortwechsel ist es eine Aufführung voller Bewegung“, erklärt Creutzer.

Es gibt Szenen draußen im Hof des Tuchwerks, aber auch drinnen in der Maschinenhalle. Dort sollen sich die besondere Atmosphäre und das Gefühl dieser Zeit auf das Publikum übertragen. Die Arbeitermeute wird von Jochen Deuticke, Jürgen Esbach, Barbara Portsteffen, Anton Schieffer und Anna Scholten gespielt. Unterstützt werden sie durch Kushtrim Hetemi, Birgit Jansen, Dieter Kuckertz, Wolfgang Reuter und Svenja Triesch.

Ab Mittwoch, 6. September, geht es für das Theater K weiter mit „Biedermeier und die Brandstifter“ von Max Frisch, das von Matthias Fuhrmeister inszeniert wurde. Im Oktober folgen „Im Zauber der Undinen“ und „Begegnungen am Bach“. Ab November geht das Theater K auf Wanderschaft und eröffnet mit „Marilyn Ikone“ im Ludwig Forum die Wintersaison.

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