Raubzüge: Polizei fahndet mit Hochdruck

Von: Matthias Hinrichs
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Nach der Serie von nächtlichen Überfällen in der Aachener Innenstadt will die Polizei ihre Präsens in der City massiv verstärken. Symbolfoto: dpa

Aachen. Spätestens nach der sogenannten Geisterstunde wird aus dem Alptraum allzu oft bittere Realität. Mitten in der City häufen sich die Überfälle auf einsame Nachtschwärmer in jüngerer Zeit in einem Maße, das durchaus an die brutale Raubserie im vergangenen Jahr erinnert.

Die Polizei ermittelt mit Hochdruck – und betont, dass man auf den neuerlichen eklatanten Anstieg der gewaltsamen Übergriffe seit rund drei Wochen mit erheblich verstärktem Personaleinsatz reagiert.

„Selbstverständlich haben wir die Situation im Blick“, sagt Behördensprecher Paul Kemen auf Anfrage. Die nächtliche Präsenz sei vor allem an den Wochenenden in der City erheblich verstärkt worden. „Und wir werden auf absehbare Zeit weiter mit mehreren Dutzend Kollegen unterwegs sein.“

Zuletzt war den Ermittlern dabei freilich fast so wenig Glück beschieden wie den vier Opfern, die allein in der Nacht auf Sonntag innerhalb von nur drei Stunden ins Visier einer unbekannten Bande geraten waren. Vage Beschreibungen legen zumindest nahe, dass die jüngsten Taten auf das Konto von ein und derselben Clique überwiegend dunkelhäutiger Männer im Alter von etwa 20 bis 25 Jahren gehen.

„Die Zeugenaussagen lassen allerdings keinen Schluss darauf zu, um wie viele es sich handelte“, bekennt Kemen. Möglicherweise hätten die Täter teilweise auch in kleineren Gruppen zugeschlagen – leider auch im Wortsinn. Sie traktierten ihre Opfer in manchen Fällen sogar mit einem Stahlrohr.

Ernsthaft verletzt wurde dabei zwar niemand. „Aber oft ist der seelische Schaden natürlich groß“, berichtet Kemen. „Deshalb sorgen wir dafür, dass die Geschädigten gegebenenfalls psychologischen Beistand erhalten.“

Dass die Ermittler derzeit nicht zuletzt mit sogenannten „Gefährderansprachen“ in einschlägigen Intensivtäter-Kreisen unterwegs sind, liegt indessen auf der Hand – auch wenn die Polizei sich auch im Hinblick auf präventive Maßnahmen naturgemäß äußerst ungern in die Karten blicken lässt.

Die Gründung einer Sonderkommission komme allerdings nicht in Betracht, sagt Paul Kemen: „Das würde jetzt nicht viel bringen. Entscheidend ist, dass wir die Präsenz draußen auf der Straße verstärken.“

Immerhin hatten die Fahnder bereits am Samstagnachmittag zwei Verdächtige in einer Kneipe festnehmen können, die einem Mann gegen 16.50 Uhr direkt vor dem Elisenbrunnen unter Androhung von Gewalt seine Geldbörse abgenommen hatten. Beide mussten aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

„Das hat der Staatsanwalt entschieden, da die Identität und der Wohnsitz der beiden bekannt sind“, unterstrich Kemen. Ob es einen Zusammenhang mit den Raubzügen gibt, die sich wenige Stunden später ebenfalls am Elisenbrunnen, in der Mefferdatisstraße, am Löhergraben und in der Hackländerstraße ereigneten, ist unklar.

Umso nachdrücklicher bittet die Polizei alle Bürger, Augen und Ohren grundsätzlich offen zu halten. Patentrezepte zum (Selbst-)Schutz gebe es freilich nicht. „Auf keinen Fall sollte man den Helden spielen“, betont Kemen. „Aber man kann wachsam sein und sofort die 110 anrufen. Und man kann versuchen, sich Aussehen, Sprechweise, Kleidung und Fluchtwege der Täter so gut wie möglich einzuprägen.“

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