Ratsantrag: Junkies und Anwohnern helfen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Statistik der Stadt verzeichnet derzeit 600 Personen, die abhängig von illegalen Drogen wie Heroin oder Kokain sind. Die Zahl der Alkoholabhängigen ist um ein Vielfaches höher: Sie liegt bei 4000 Personen.

„Wir müssen die Strukturen der Suchthilfe immer wieder im Hinblick auf ihre Wirksamkeit untersuchen”, betont SPD-Vorsitzender Karl Schultheis. „Schließlich wollen wir Strukturen schaffen, die denjenigen, die von den Drogen wegkommen wollen, wirklich helfen. Am Kaiserplatz wird dieses Ziel zur Zeit aber nicht erreicht”, bedauert Schultheis.

SPD und Grüne sind der Meinung, dass die Suchthilfe überarbeitet werden muss. Deswegen haben sie einen gemeinsamen Ratsantrag gestellt. Darin fordern sie, dass die Suchthilfekonzeption in Stadt und Kreis - also der künftigen Städteregion - überarbeitet werden soll. Ziel des Antrages ist zunächst eine umfassende Evaluation der bisherigen Strukturen.

Innerhalb der Stadt liegen die Drogen-Schwerpunkte im Bereich Kaiserplatz und Rehmviertel „Es ist schwierig, die Balance zwischen den Aufgaben der Suchthilfe und den Grenzen der Belastbarkeit der Anwohner zu halten”, betont Grünen-Ratsfrau Hilde Scheidt, die selber in unmittelbarer Nähe zum Kaiserplatz lebt.

Ein besonders wichtiges Element der Debatte wird daher wohl das Thema Dezentralisierung sein. Wie genau eine Dezentralisierung aussehen könnte, können SPD und Grüne noch nicht beantworten. „Das müssen die Fachleute entscheiden”, so Schultheis. In die Planung sollen auch die Anwohner der betroffenen Stadtteile einbezogen werden.

Im Evaluationsprozess soll unter anderem auch eruiert werden, wo Wohngruppen für Drogenabhängige eingerichtet werden können und an welchen Orten dafür keine freien Kapazitäten hinsichtlich der Belastbarkeit der Anwohner bestehen. Auch die Option Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und die legale Abgabe von Heroin sollen Themen des Diskussionsprozesses sein.

SPD und Grüne streben Gespräche mit den kreisangehörigen Kommunen an, um die neue Suchthilfekonzeption städteregional anzulegen. Die Träger der Suchthilfe - Caritas und Diakonie - sind ohnehin schon in Stadt und Kreis aktiv.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert