Rat richtet „Runden Tisch” gegen rechtsextreme Umtriebe ein

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Aachen. Keinen Fuß breit will eine breite gesellschaftliche Koalition neonazistischen Umtrieben im Grenzland einräumen.

Der Rat der Stadt Aachen richtet einen „Runden Tisch gegen Rechtsextremismus” ein, an dem der Polizeipräsident, Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde, der Islamischen Religionsgemeinschaft, des Aachener Friedenspreises sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes eingeladen werden. Die Geschäftsführung soll die Verwaltung wahrnehmen. Diesen Beschluss fasste der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig.

Die Initiative basiert auf einem gemeinsamen Antrag aller Ratsfraktionen, in dem darauf hingewiesen wird, dass die rechtsextreme Gewalt in Aachen zunimmt. Konsequentes gemeinsames Handeln sei die wirksamste Strategie gegen rechte Gewalt. Mit der Einrichtung des „Runden Tisches” sollen mögliche Präventionsmaßnahmen in den Vordergrund gestellt werden, aber auch schneller auf Vorfälle reagiert und auftretende Probleme gemeinsam gelöst werden.

Gleichzeitig fordert der Rat alle Aachener auf, an einer Gegendemonstration zu dem am 25. September angekündigten Aufmarsch rechtsextremer Gruppierungen, der sich gegen den Neubau der Yunus-Emre-Moschee im Ostviertel richten soll, teilzunehmen.

In dem Aufruf heißt es wörtlich:

„Wir, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen, lassen uns nicht einschüchtern. Wir stellen uns diesem Angriff auf das friedliche Miteinander der verschiedenen Kulturen in unserer Stadt entgegen und sagen Nein! zu diesem Aufmarsch der Intoleranz, des Hasses, der Gewalt und des Rassismus. Aachen ist eine multikulturelle Gemeinschaft. Wir respektieren die unterschiedlichen Kulturen und Religionen der hier lebenden Menschen und sind stolz auf die bunte Vielfalt, die sich daraus in unserer Stadt entwickelt. Wir freuen uns, dass unsere muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger bald ein schönes Begegnungszentrum und eine würdevolle Gebetsstätte haben. Wir sind es leid, ständig von Nazis in unserer Stadt belästigt zu werden. Wir wollen ihre Parolen hier nicht hören. Wir wollen sie hier nicht sehen. Wir werden ihre Märsche hier nicht dulden. In Aachen ist kein Platz für Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalt. Deshalb rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger auf, erneut ein deutliches Zeichen zu setzen.”
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