Aachen - Rastloser Freund der Kinder: Steinbusch startet Tour-Marathon

Rastloser Freund der Kinder: Steinbusch startet Tour-Marathon

Von: Matthias Hinrichs
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Rund 8000 Kilometer hat er 2008 mit seinem Zirkus Pinocchio zurückgelegt, um benachteiligte und kranke Kinder zu beehren. Auch dieses Jahr geht Josef Steinbusch wieder auf große Tour. Foto: Ratajczak

Aachen. Inzwischen gibt es (wieder) ein Kind, das seine notorische Reiselust gelegentlich durchaus zu bremsen weiß. Denn seit gut drei Jahren ist Josef Steinbusch, alias Clown Juppino, stolzer Opa des dreijährigen Mike.

Dem freilich fehlt es an nichts - ganz im Gegensatz zu den inzwischen tausenden Steppkes in vielen Teilen Europas, die längst wieder sehnsüchtig auf den großen Zauberer warten.

Vor wenigen Wochen erst hat er als Gründer und rastloser Motor des Kinderzirkus Pinocchio einen wahren Tournee-Marathon abgeschlossen, der ihn nach Nordirland, auf den Balkan und nach Ungarn, nach Rumänien und schließlich nach St. Petersburg führte. Jetzt steckt der Mann schon wieder in ersten Vorbereitungen für seinen nächsten großen Coup in Sachen Völkerverständigung.

Schon die 14. Reise

Bereits zum 14. Mal reist Josef Steinbusch mit seinem kleinen, aber feinen Manegentross im kommenden August Richtung Balkan - mit vielen neuen Ideen, neuen Helfern und Nummern, aber unter dem traditionellen Motto „Tränen, die du lachst, brauchst du nicht zu weinen”.

Nach seinem Motiv braucht man ihn eigentlich gar nicht mehr zu fragen. 1996, kurz nach Ende des Balkan-Kriegs, hat Steinbusch erstmals sein Clownskostüm in den Flüchtlingslagern des ehemaligen Jugoslawien übergestreift. Seither ist er jedes Jahr nach Bosnien gereist - und gilt zwischen Srebrenica, Tuzla und Zagreb längst vor allem als Magier der Herzen.

Einmal mehr wird Steinbusch bei seiner knapp vierwöchigen Tour auch weiter reisen nach Ungarn und Rumänien. Im Dorf Alapitvany, in dem vor allem Sinti und Roma leben, will er auf seine Weise den Jüngsten neues Selbstbewusstsein schenken - in einem Land, das den „Zigeunern” nach wie vor viele Vorurteile entgegenbringt.

„Mittlerweile verbindet mich eine echte Freundschaft mit Joszef Lanko, der sich dort als Seelsorger engagiert”, erzählt der pensionierte Bewährungshelfer, der 2007 mit dem Aachener Friedenspreis geehrt wurde.

Es ist eine von so vielen, die Steinbusch in den vergangenen 13 Jahren an den zahlreichen Stätten seines Wirkens geschlossen hat. Hunderte Kinder haben so allein vergangenes Jahr mit Begeisterung seine kleinen Zirkusnummern einstudiert und sie zur Aufführung gebracht.

Das schlichte Rezept in Sachen gelebte Toleranz und Kreativität ist bislang in allen Kulturen aufgegangen. „Juppinos” Botschaft wird in allen Sprachen verstanden. „Und wenn ich abreise, höre ich immer und immer wieder: ,Ihr müsst wiederkommen!”

Also wird er sein Wort natürlich auch gegenüber den Waisenkindern im rumänischen Städtchen Bacau halten. „Viele Heimkinder leben dort in unvorstellbarem Elend und sind dankbar für jede Zuwendung”, sagt Steinbusch.

Das gilt kaum weniger für die jungen „Pinocchio”-Fans in St. Petersburg, das in diesem Jahr ebenfalls wieder auf „Juppinos” Tourplan gelandet ist. Bereits im Juli wird Steinbusch sie zum dritten Mal beehren. Ohne pontente Unterstützer - in diesem Fall die Peter-Ustinov-Stiftung, die dort ein Heim für HIV-infizierte Kinder eingerichtet hat - wäre der neuerliche Manegen-Marathon freilich undenkbar.

Auch in Sachen Klinkenputzen hat der agile Mittsechziger inzwischen allerdings quasi zirkusreife Meisterschaft erlangt. Und was den viel zitierten inneren Motor betrifft - der wird mit Sicherheit noch mindestens so lange rund laufen, wie ihn seine Beine durch die Welt tragen: „Solange der Herrjot sätt: ,Ich bruch hier ovve noch jenge Clown, solange mach ich weiter!”
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