Aachen - Raser: Beim Blitzen gibt die Stadt Gas

Raser: Beim Blitzen gibt die Stadt Gas

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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„Morgenschicht“ auf der Vaalser Straße: Die Stadt hat zwei hochmoderne mobile Geschwindigkeitsmessanlagen. Es mangelt aber an Bedienungspersonal. Zwei neue Stellen sollen nun die Verkehrssicherheit erhöhen und „nebenbei“ für deutliche Mehreinnahmen sorgen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn es darum geht, Raser auszubremsen, will die Stadt jetzt richtig Gas geben. Deutlich öfter als ohnehin schon soll es auf Aachens Straßen blitzen. Von den technischen Möglichkeiten her wäre das längst möglich. Doch es mangelt bisher am Personal, das die modernen mobilen Anlagen bedient.

Das soll sich nun ändern. Zwei neue Stellen sollen in der entsprechenden Abteilung des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung installiert werden. Der Personal- und Verwaltungsausschuss soll dafür in seiner nächsten Sitzung am 19. März grünes Licht geben.

Unfallzahlen senken

In erster Linie soll die ausgeweitete Geschwindigkeitsüberwachung jenseits der fest installierten Geräte („Starenkästen“) laut Stadt dazu dienen, die Häufigkeit von schweren Unfällen mit Verletzten zu senken. Der verstärkte Kontrolleinsatz, so heißt es in der entsprechenden Vorlage, sei auch eine Bitte der Polizei.

Laut aktueller Statistik sei ein deutlicher Anstieg dieser Unfälle in der Stadt zu verzeichnen. Auch die Polizei hatte bei ihrer Pressekonferenz zur Unfallstatistik betont, weiterhin blitzen zu wollen, was die Geräte hergeben. Bei der Stadt können die beiden in Fahrzeuge „verpackten“ hochmodernen Geschwindigkeitsmessanlagen jedoch nur wenige Stunden am Tag eingesetzt werden und stehen den Rest der Zeit herum.

Die drei zuständigen Mitarbeiter können im Schnitt nur etwas mehr als fünf Stunden am Tag mobil blitzen. Sie sind auch für die stationären Anlagen zuständig. Wegen der viel höheren Flexibilität und der Vielzahl der möglichen – und nötigen – Einsatzorte soll jedoch der Fokus stärker auf die mobilen Messanlagen gelegt werden. Das soll sich den Schätzungen zufolge auch deutlich auf die statistischen Zahlen auswirken.

In den vergangenen Jahren sahen diese in Bezug auf erwischte Temposünder so aus: 23.715 im Jahr 2010, 24.473 im Jahr 2011, 26.117 im Jahr 2012 und 25.482 im Jahr 2013. Durch die beiden neuen Stellen soll sich die Zahl um geschätzte 13.000 pro Jahr erhöhen. Das hat ganz „nebenbei“ natürlich auch Auswirkungen auf die städtischen Einnahmen. In den Jahren 2010 bis 2013 mussten die „Bleifüße“ zwischen 428.000 und 460.000 Euro berappen.

Die Blitzoffensive soll demnächst pro Jahr nach „sehr vorsichtiger Schätzung“, so die Verwaltung, 260.000 Euro mehr pro Jahr in die Stadtkasse spülen. Trotz der zusätzlichen Personalkosten bleibt dann noch ein dicker Batzen übrig. Die beiden Stellen kosten nämlich zusammen nur 81.000 Euro pro Jahr. Übrigens: Bei einer Morgenschicht auf der Vaalser Straße gehen binnen zweieinhalb Stunden im Schnitt 60 Temposünder in die von außen nicht erkennbare Falle.

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