Rasenkultur statt Rock an der Frankenburg

Von: Matthias Hinrichs
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Die Betonwanne für den ehemal
Die Betonwanne für den ehemaligen Teich ist gewichen, bald soll das Grün auch im Zentrum des Frankenberger Parks sprießen: Wegen der Sanierung der Anlage haben die Rockbands im Sommer allerdings das Nachsehen - und müssen erst einmal draußen bleiben. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Inmitten des Frankenberger Parks klafft derzeit ein ziemlich großes Erdloch. Die alte Betonschüssel unter der Frankenburg ist gewichen, die Arbeiten zur Herrichtung des Geländes sind in die heiße Phase gegangen.

Und deshalb werden auch die Fans eines längst zur Tradition gewordenen rockigen Stelldicheins am letzten Samstag der Sommerferien ein Termin-Loch im Freizeitkalender verbuchen müssen.

Musik-Impresario und Gastronom Herbert Senden lässt das umfängliche Bühnenequipment bis auf Weiteres im Depot. „Das Frankenberger Fest im Westpark zu veranstalten, wäre ja wohl keine Alternative”, griemelt der 60-Jährige. Ergo ist in diesem Sommer - ausnahmsweise, wie der Veranstalter betont - sozusagen Senden-Pause im Park.

Nur ein einziges Mal, Mitte der Neunziger, war der alljährliche Rock-Reigen, der im vergangenen Jahr zum 20. Mal an der Bismarckstraße über die Bühne ging, bislang geplatzt - wegen miserablen Wetters. Seit 1991 haben sich derweil zig bekannte Formationen nicht nur mit regionalen Wurzeln im Schatten der Burg die Ehre gegeben. Das kostenlose Freiluftkonzert geriet bei schönem Wetter stets zum (gar nicht so) kleinen Volksfest im Zeichen gelegentlicher Reminiszenzen an die Hochzeiten der Hippie-Kultur.

Apropos: Eigentlich hatte Senden diesmal eine kleine Zeitreise in die spektakulären Pioniertage der Beat-Ära in Deutschland vorgesehen. „Erste Pläne für ein Engagement einer Beatles- und einer Rolling-Stones-Cover-Band gabs schon”, berichtet er. „Ich wollte sogar ein Zirkuszelt mieten, um an die legendären Auftritte der Bands im Münchner Circus Krone Mitte der Sechziger anzuknüpfen.”

Daraus wird vorerst nichts, dafür betrachtet der rührige Impresario, der auch als Veranstalter der alljährlichen „Schlüsselloch-Rocknacht” bestens bekannt ist, die Neugestaltung des Grüns im Herzen des Frankenberger Viertels durchaus mit obligatorischen Frühlingsgefühlen. „Ich finde es gut, dass die große Betonwanne jetzt verschwunden ist und künftig noch mehr Platz zur Verfügung steht.”

Wie berichtet, investiert die Stadt im Ganzen 220.000 Euro, um den Park von Grund auf zu verschönern. Das ehemalige Wasserbecken ist längst gewichen, neuer Rasen soll dort bald sprießen. Bolz- und Spielplatz werden saniert, die Hundewiese wird entfernt, der Brunnen im Eingangsbereich attraktiver gestaltet.
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