Randlage beschert dem Inda die sechste Klasse

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Inda-Gymnasium lässt aufhorchen. 170 Anmeldungen sind der Rekordwert unter den Gymnasien im aktuellen Anmeldeverfahren.

Damit ließen sich sechs Klassen bilden, auch wenn an der Schule nur fünf vorgesehen sind. Und tatsächlich soll es eine sechste fünfte Klasse geben, darauf verständigten sich CDU und Grüne zunächst untereinander und dann miteinander. „Es wird eine Dringlichkeitsentscheidung im Rat geben, wir wollen sie sechste Klasse möglich machen”, erklärte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig. „Wir wollen dem Elternwillen nachkommen”, sagt CDU-Schulexperte Christian Steins.

Es war keine einfache Entscheidung. Denn in der Vergangenheit waren ähnliche Ansinnen anderer Schulen abgelehnt worden. „Wir haben eine Grundsatzentscheidung, dass wir nicht erweitern, so lange es freie Plätze gibt. Aber in Kornelimünster haben wir eine besondere Situation”, berichtet Griepentrog. Beispielsweise gibt es dort viele Geschwisterkinder aus Stolberg unter den Anmeldungen. „Da hätten die älteren Geschwister eigentlich nicht aufgenommen werden dürfen, aber das können wir nicht mehr rückgängig machen”, erläutert sie. „Es gibt gute Gründe dafür und dagegen, aber wir sind es der Außensituation geschuldet”, sagt Ludwig nun.

Er meint, dass das Einzugsgebiet des Inda-Gymnasiums am Stadtrand mit keiner anderen Schule vergleichbar sei. Allerdings müsse in Zukunft enger mit der Stadt Stolberg beziehungsweise der Städteregion zusammengearbeitet werden. Denn viele Kinder kommen aus Stolberg, während kaum ein Schüler den umgekehrten Weg nimmt. Obwohl es von Brand meist schneller geht zu den Stolberger Gymnasien. „Da denken wir noch nicht städteregional. Das wird an diesem Beispiel sehr gut deutlich”, erklärt Grünen-Schulexpertin Ulla Griepentrog. „Wir brauchen eine städteregionale Schulentwicklung”, fordert Steins.

Keine baulichen Veränderungen

Eine Bedingung gibt es allerdings: Bauliche Veränderungen werden nicht finanziert, die Schule müsse mit der vorhandenen Infrastruktur auskommen. Das komme sie, berichtet Inda-Schulleiter Arthur Bierganz. „Ich freue mich für die Kinder, dass wir eine sechste Klasse bilden dürfen”, erzählt er. „Ich sehe in den Anmeldezahlen eine Bestätigung der Arbeit meiner Kollegen. Sie zeugen von einen guten Ruf, davon, dass wir gute Arbeit leisten.” Raumfragen würden sich keine stellen, das Inda ist sogar in der Lage auch abseits der Naturwissenschaften Fachräume anzubieten - auch für ein Fach wie Philosophie. Und durch den Wegfall eines Jahrgangs im Zuge des Abiturs nach acht Jahren seien auch ausreichend Klassenräume vorhanden. „Wir erfreuen uns der besten Förderung seitens der Stadt Aachen”, sagt Bierganz. Und großer Beliebtheit der Menschen am Stadtrand.

Für das Inda-Gymnasium ist die Randlage also Vorteil, für die Heinrich-Heine-Gesamtschule dagegen eher Nachteil. Während sich im Schulzentrum Laurensberg das Anne-Frank-Gymnasium mit 96 Anmeldungen (Vorjahr 87) großer Beliebtheit erfreut und insbesondere in den umliegenden Bezirken Laurensberg und Richterich hohe Wertschätzung genießt, scheuen Gesamtschulinteressenten offenbar die Weg dorthin. Denn obwohl an allen anderen Gesamtschulen weiterhin Kinder mangels Platz abgelehnt werden müssen, gibt es an der Heinrich-Heine-Gesamtschule noch Kapazitäten. Noch 43 Plätze sind frei, obwohl es andernorts zusammen fast 200 Ablehnungen gab. Die Entwicklung der Schullandschaft wird mehr und mehr von der Frage bestimmt, welche Standorte welche Angebote bieten müssen.

Schon wegen der Erreichbarkeit hatte sich die Politik nämlich für die Sandkaulstraße als Standort für die vierte Gesamtschule ausgesprochen und gegen den Kronenberg im Aachener Westen. Andererseits gibt es dort nun kein wohnortnahes Schulangebot mehr. Und auch beim Inda-Gymnasium ist die Beliebtheit insbesondere auf die „einsame” Lage im Südraum und an der Grenze nach Stolberg zu begründen. Das weiß auch Inda-Schulleiter Bierganz: „Wir haben das Glück einer exponierten Lage mit vielen Neubaugebiete mit jungen Familien. Das ist sehr viel Glück.” Insofern muss sich die Schulpolitik mehr denn je mit den Frage beschäftigen, welche Einfluss Neubaugebiete - etwa Richtericher Dell - auf die Schullandschaft haben werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert