Ralph Mühlmann erhält den Mullefluppetpreis 2017

Von: Albrecht Peltzer
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Ralph Mühlmann – mit Gattin Sabine und Tochter Jana - und das Mullefluppetkuratorium beim Soerser Brunch unserer Zeitung (hinten von links): Michael Cosler, Dieter Kaspari, Christian Mourad, Ina Gröbner, Robert Esser und Marga Render. AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu und ein angeblicher Paketdienst-Kollege hatten den bis dahin völlig ahnungslosen Postbeamten mit einem „unzustellbaren Paket“ überrascht. Foto: Andreas Steindl
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Ralph Mühlmann – mit Gattin Sabine und Tochter Jana - und das Mullefluppetkuratorium beim Soerser Brunch unserer Zeitung (hinten von links): Michael Cosler, Dieter Kaspari, Christian Mourad, Ina Gröbner, Robert Esser und Marga Render. AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu und ein angeblicher Paketdienst-Kollege hatten den bis dahin völlig ahnungslosen Postbeamten mit einem „unzustellbaren Paket“ überrascht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Er verkörpert alle die Tugenden, die einen waschechten Mullefluppet ausmachen: Humor, natürlich! Eine gute Portion Schlitzohrigkeit – sehr sympathisch! Und eine echte Zuneigung zu Aachen und seinen Öchern – wie liebenswert.

Ralph Mühlmann ist ein solcher Mullefluppet. Und was liegt näher, dies auch preiswürdig zu finden? Nichts – und so erhält der 53-Jährige am Donnerstag, 19. Oktober, in der Kappertzhölle in Rothe Erde den Mullefluppetpreis 2017! Ganz so einfach kommt das allerdings nicht zustande. Es ist Tradition, den zu Ehrenden vorher in völliger Ahnungslosigkeit zu belassen.

Samstagvormittag, Soerser Brunch des Medienhauses Aachen. Ralph Mühlmann, seine Gattin Sabine und Tochter Jana zählen zu den geladenen Gästen. Natürlich wissen Ehefrau und Tochter was jetzt folgt. Sie sind längst eingeweiht. Ebenso Mühlmanns Chef, der grünes Licht für die Samstagsaktion gegeben hat. Denn Mühlmann hätte an diesem Tag eigentlich das tun müssen, was er seit 25 Jahren macht: Pakete im Bezirk Theaterstraße ausfahren. Die Pakete transportiert am Samstag ein anderer, Mühlmann genießt Sonne, Kaffee und Brötchen in der Soers.

Postleitzahl 5100 Aachen

Ein wenig gewundert hat er sich dann schon, als AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu ein flaches Paket auf der Bühne präsentiert, auf dem Mühlmanns Name steht. Etwas unschlüssig tritt der Postbeamte nach vorne, mustert die Anschrift: 5100 Aachen, kein Wunder, dass das nicht zustellbar ist. Seit gefühlten 200 Jahren gibt es diese Postleitzahl für Aachen nicht mehr. Und wann hat Mühlmann gemerkt: „Hoppla, hier stimmt weitaus mehr nicht als die Postleitzahl?“ Als sich die Bühne nach und nach füllt – mit dem Mullefluppet-Kuratorium. „Da schwante mir, ich könnte der nächste Preisträger sein“, bekennt er hinterher. In der Tat, im Paket befindet sich eine große Mullefluppetfigur, Symbol des begehrten Preises der Aachener Zeitung. „Mein Herz hat in dem Moment wie verrückt geschlagen“, bekennt Mühlmann „total glücklich“.

Bekannt ohne Promistatus

„Wir wollten wieder einmal einen Menschen auszeichnen, der für den Mullefluppet steht, aber nicht unbedingt in der ersten Reihe Aachens zu finden ist, so Mullefluppet-Kuratoriumsmitglied Michael Cosler. Den Mühlmann kenne man auch ohne Promistatus in weiten Teilen Aachens. Weil er der so besondere Postler ist, der letzte Paketfahrer mit Beamtenstatus. 1980 hat er bei der Post angefangen, ging später zum Paketdienst und übernahm dann den Bezirk Theaterstraße.

Tag für Tag ist er unterwegs, hat immer ein freundliches Wort für seine Mitmenschen, kennt keine schlechte Laune – zumindest zeigt er sie nicht. 1991 hat er einen Veranstaltungsservice gegründet, was seinen Bekanntheitsgrad in Aachen nicht unbedingt schmälerte. Immer unterwegs in Aachen, das ist ein Lebenselixier des 53-Jährigen. Der freundliche Plausch am Rande, das aufmunternde Wort, die Hilfsbereitschaft – Mühlmann eben.

Jetzt also Mullefluppetpreisträger 2017. Auf diesen Donnerstagabend im Saalbau von Peter Kappertz freut er sich jetzt schon riesig. „Aber ein bisschen Bammel ist dabei“, gesteht er am Samstag. Zeit genug bleibt, sich auf den Auftritt in der legendären Kappertzhölle vorzubereiten. Was nicht ohne Unterstützung vonstatten gehen soll. „Ich werd‘ mich mal mit Jupp Ebert zusammensetzen.“

Ebert rockte den Saal im vergangenen Jahr als Preisträger. Mühlmann kann sich sicherlich den ein oder anderen Rat holen. Aber eigentlich braucht er nur er selbst zu sein. Das Lampenfieber wird dann an diesem Abend als unzustellbar zurückgeschickt. Humor, Schlitzohrigkeit und Liebe zu Aachen bleiben. Mullefluppetpreisträger 2017 – herzlichen Glückwunsch Ralph Mühlmann!

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