Radweg Junkerstraße: Von Verwaltung „hinters Licht geführt”?

Von: Robert Esser
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Extrabreit: Wenn ein Bus an der Ecke Junkerstraße/Lochnerstraße hält, staut sich künftig der nachfolgende Verkehr, weil bergauf eine ganze Fahrspur zugunsten neuer Radwege entfernt wird. Foto: Robert Esser

Aachen. Nachdem unsere Zeitung über die geplanten überbreiten Radwege auf der Junkerstraße auf Kosten einer Fahrspur für den Autoverkehr berichtet hat, hagelt es Kritik - vor allem Richtung Stadtverwaltung. Die FDP fühlt sich „hinters Licht geführt”.

FDP-Ratsherr Peter Blum: „Wir fordern die Verwaltung auf, die Sachlage erneut zu prüfen und dem Mobilitätsausschuss vorzulegen. Maßnahmen, die den automobilen Verkehr behindern und die zu Staus führen, widersprechen dem Luftreinhalteplan Aachen”, sagte er am Donnerstag. Zum einstimmigen Beschluss der Umbaumaßnahme im Mobilitätsausschuss erklärt Blum: „Es handelte sich um den sogenannten Maßnahmenplan Radverkehr. Wir haben uns immer dafür ausgesprochen, dass Radfahren gefördert und auch sicherer werden soll - also auch mit der Markierung sogenannter Radfahrschutzstreifen.”

Allerdings sei aus der Vorlage nicht hervorgegangenen, „dass es an der Junkerstraße zu derart einschneidenden Bedingungen kommt”. Kritik übt Blum auch an Aussagen des Vorsitzenden des Mobilitätsausschusses, Roland Jahn (Grüne): „Einen Beschluss zur Priorisierung des Radverkehrs existiert vielleicht bei den Grünen, nicht aber im Ausschuss. Für die FDP gilt auf jeden Fall, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt behandelt werden müssen und keine Gruppe - zum Nachteil von anderen - bevorzugt wird.”

Noch deutlichere Worte findet Ratsherr Hans-Dieter Schaffrath von den Freien Wählern: „Das ist mal wieder der typische, ideologisch motivierte Verkehrswahnsinn der Grünen, der hier zum Vorschein kommt”, wettert er. Ziel der Grünen sei es, den motorisierten Individualverkehr auf lange Sicht so weit wie möglich zu beschneiden. „Dieses Ziel verfolgen sie Schritt für Schritt, und die CDU macht das alles mit - das ist beschämend”, sagt Schaffrath.

CDU-Ratsherr Michael Janßen erinnert daran, dass der Beschluss einstimmig gefasst wurde. „Die Verwaltung hat den Umbau Junkerstraße so vorgestellt, dass weder für den Verkehrsfluss auf einer Spur bergauf noch an der Bushaltestelle Nachteile entstehen. Wenn sich jetzt herausstellt, dass die Wirklichkeit anders aussieht, muss man die Sache noch mal überdenken”, erklärt Janßen.

Die Zeit dafür dürfte jedoch knapp werden. Die Stawag beginnt Mitte kommender Woche den zweiten Bauabschnitt auf der Junkerstraße. „Dann werden wir - so uns archäologische Funde keinen Strich durch den Zeitplan machen - in wenigen Wochen die zweite Fahrbahn bergab wieder freigeben können”, sagt Stawag-Sprecherin Eva Wußing.

Ende August will die Stadt - im Anschluss an die Stawag-Baustelle, die dort Strom-, Gas- und Wasserleitungen saniert - den Straßenbelag erneuern und die umstrittene Ummarkierung vornehmen. Die Stadtverwaltung hält zunächst an den beschlossenen Plänen fest und findet die neue Aufteilung der Fahrbahn gut durchdacht. So würde man den Anforderungen des Radverkehrs gerecht und behindere den Autoverkehr keineswegs über das notwendige Maß hinaus, heißt es.
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