Radschnellweg passiert Hürde

Von: Kathrin Albrecht
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Laurensberg. Eine Marathonsitzung stand den Mitgliedern der Laurensberger Bezirksvertretung bei ihrer letzten Sitzung vor den Sommerferien bevor. 18 Punkte umfasste die Tagesordnung, die in guten fünf Stunden abgearbeitet wurden.

Die 13 Gäste, die zum öffentlichen Teil der Sitzung gekommen waren, interessierten sich besonders für den Radschnellweg Aachen-Herzogenrath-Heerlen, der zu einem guten Teil auch durch Laurensberg führen soll.

Vor allem die von der Verwaltung favorisierte geplante Streckenführung über den alten Bahndamm und durch die Siedlung Tittardsfeld erregt bei Teilen der Anwohner Unmut. Auch die 13 Bezirksvertreter diskutierten diesen Punkt sehr intensiv. Warum, wollte die SPD-Fraktion wissen, falle die Variante A, die über Roermonder Straße führt, bei der Potenzialanalyse und dem weiteren Vorgehen der Verwaltung einfach unter den Tisch, zumal sie mit geschätzten 5,4 Millionen Euro Gesamtkosten im Vergleich zur doppelt so teuren Variante B weitaus kostengünstiger wäre?

Gegenstimmen dazu kamen von den Grünen, der Linken und Teilen der CDU: Eine Führung über die Roermonder Straße würde den Radschnellweg deutlich verlangsamen. Auch Alexander Gilson, frischgebackener Bezirksbürgermeister, kritisierte, dass die aufgekommenen Bedenken seitens der Bürger nicht ernst genug genommen würden. Sein Amtsvorgänger Christian Krenkel fand deutlichere Worte. Er habe das Gefühl, „die Verwaltung will hier mit Gewalt etwas durchdrücken.“ Am Ende empfahlen die Vertreter mehrheitlich, dass der Mobilitätsausschuss die Verwaltung für alle drei Streckenvarianten des Radschnellweges mit einer Machbarkeitsstudie beauftragen soll.

Auch beim nächsten Punkt ist das Ende offen: Denn bei der geplanten Trassenführung der „Zeelink“-Pipeline hat die Stadt kein Entscheidungsrecht. Das liegt bei der Bezirksregierung Köln. Allerdings darf sie Stellung zu den Plänen beziehen und diese bis zum 1. Juli bei der Bezirksregierung vorlegen. Die Stadt lehnt alle geplanten Trassenführungen ab und spricht sich für eine alternative Trassenführung entlang der A 44 aus, bittet außerdem darum, bei weiteren Planungen eingebunden zu werden. Bis zum 29. Juni sollen alle betroffenen Stadtbezirke bei ihren Sitzungen sowie der Planungs- und Umweltausschuss die Stellungnahme unterstützen, bevor sie in der Ratssitzung am 29. Juni endgültig beschlossen werden soll. Hier stellten sich die Laurensberger Bezirksvertreter einstimmig auf die Seite der Stadt.

Bewegung kommt indes in die seit 2008 laufenden Planungen des Kreisverkehrs an der Schurzelter Straße. Dort sollen bereits zu Beginn kommender Woche die Bauarbeiten zum Provisorium beginnen, die in 14 Tagen abgeschlossen sein sollen. Bauliche Mängel, erhöhtes Verkehrsaufkommen und vor allem Mängel in der Entwässerung machten eine Sanierung der Kreuzung notwendig, führte Regina Roth, Abteilungsleiterin für Straßenbau der Stadt, aus. Ein neues Entwässerungssystem sieht auch den Bau einer Sedi-Pipe-Anlage vor, die das von der Straße laufende Regenwasser zunächst reinigt, bevor es in den Kanal fließt. Die Baumaßnahme soll 2017 beginnen und vier bis fünf Monate dauern. 495 000 Euro wird die Einrichtung des Kreisverkehrs kosten. Die Bezirksvertretung nahm Poths Ausführungen einstimmig zur Kenntnis und empfahl eine Umsetzung, jetzt entscheidet der Mobilitätsausschuss darüber.

Krenkel brachte noch einen Punkt – auf seine Anregung berichtete Robert Hintereker, im Bezirks- und Schwerpunktdienst der Aachener Polizei zuständig für den Aachener Westen, über die Sicherheit im Stadtteil Laurensberg. Dort häuften sich im vergangenen Jahr Meldungen über Wohnungseinbrüche. Hintereker bestätigte diese Tendenz, versuchte aber zugleich zu beruhigen. Die Polizei habe vor Ort bereits ihre Präsenz verstärkt, setze auch zivile Kräfte ein. Ein erster Erfolg: für den Juni wurden bislang keine Einbrüche gemeldet. Er warb um Mithilfe der Laurensberger, die meisten Täter würden durch Hinweise der Bürger gefasst. Kontakt der Polizei: Laurensberg, Telefon 9577-11570; Kommissariat Vorbeugung, Telefon 9577-34401; Robert Hintereker, Telefon 9577-11500.

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