Radschnellweg: Die Politiker favorisieren die Variante B

Von: wos
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Nun soll es also die Variante B sein, die den Radschnellweg von der Innenstadt über den Alten Bahndamm (Bild) in Laurensberg nach Richterich führt. Diesen Verlauf hätte zwar auch die Variante C genommen... Foto: Andreas Herrmann, Harald Krömer
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... doch bei B wird auf eine Verkehrsführung durch das obere Tittardsfeld (Bild) verzichtet. Stattdessen soll der Radweg hinter dem Alten Bahndamm entlang der aktuellen Bahntrasse nach Richterich geführt werden. Foto: Andreas Herrmann, Harald Krömer

Aachen. Für den Mobilitätsausschuss ist die Sache klar: Der Radschnellweg Euregio von Aachen nach Herzogenrath soll gebaut werden und das im ersten Abschnitt von der Innenstadt über Laurensberg nach Richterich entlang der Variante B.

Damit haben sich die Politiker nach dem Vortrag des Leiters der Abteilung Verkehrsanlagen, Uwe Müller, einstimmig gegen die Varianten A und C ausgesprochen. Vor allem die Variante C hatte wegen des Verlaufs durch das Laurensberger Wohngebiet Tittardsfeld zu erheblichen Bürgerprotesten geführt, wovon sich die Mobilitätspolitiker selbst überzeugen konnten. Denn viele Beschwerdeführer hatten am Donnerstagabend den Weg zur Sitzung im Verwaltungsgebäude Marschiertor gefunden.

Die sorgten dann sogar durch ihre bloße Anwesenheit dafür, dass der Punkt 17 der umfangreichen Tagesordnung und damit die Entscheidung über eine Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg vorgezogen wurde.

Letztlich waren sich die Mitglieder der großen Koalition von CDU und SPD aber einig: Gemeinsam mit den Stimmen der anderen Fraktionen votierten sie dafür, ein Machbarkeitsgutachten für die rund zehn Millionen Euro teure Variante B in Auftrag zu geben. Die günstigeren Varianten A (fünf Millionen Euro) und C (9,4 Millionen Euro) waren damit aus dem Rennen.

Nach der Variante B, die in der Machbarkeitsstudie nun auf technische und finanzielle Umsetzbarkeit geprüft wird, soll der Radschnellweg aus der Stadt heraus über die Trasse am Alten Bahndamm durch Laurensberg geführt werden. Im Abschnitt zwischen Richterich und Kohlscheid soll eine Variante C über Roermonder Straße, Hasenwaldstraße, Kämpgenstraße, Alte Bahntrasse, Mühlenstraße und Pannesheide geprüft werden, zwischen Richterich und Locht an der niederländischen Grenze soll die Streckenführung B entlang der Horbacher Straße untersucht werden.

Drei Brückenbauwerke

Im Stadtgebiet verläuft die Variante B zunächst über die Wüllnerstraße, Turmstraße, dann auf die Rütscher Straße und mündet auf die seit Jahren stillgelegte Eisenbahntrasse in Richtung Kohlscheid.

Eine Streckenführung entlang der Henricistraße und Roermonder Straße (Variante A) hatten die Politiker verworfen, weil hier er Charakter eines Radschnellweges nicht mehr gegeben seien. Die notwendigen Förderanträge beim Land wären schwierig geworden.

Der Ausschuss beschloss im Übrigen auch, gleichzeitig eine Anbindung des Radschnellweges an den nahen Campus West und gleichermaßen an den Campus Melaten mit dem Klinikum im Hintergrund prüfen zu lassen. Hier könnten ebenfalls alte Bahntrassen genutzt werden, hieß es in dem dann letztlich einstimmig verabschiedeten Beschlussentwurf.

Drei Brückenbauwerke müssten nach den Planungen der Variante B bei einem Streckenverlauf über das alte Bahngelände wieder neu errichtet werden, der Abzweig zum Campus Melaten könnte über Rathausstraße und Schurzelter Straße in Richtung Bahngelände West gehen. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden die Bürger erneut beteiligt. In der Vergangenheit hatte es, wie Uwe Müller berichtete, bereits gut besuchte Informationsveranstaltungen zum Radschnellweg gegeben.

Der Radschnellweg kann durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert werden, wenn bei seinem Bau bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllt werden, so ist dort eine Breite von sechs Metern vorgeschrieben. Für die SPD stellte Sprecherin Ye-One Rhie klar, dass es natürlich eine kreuzungsfreie Trasse für Rad- und Pedelecfahrer geben müsse, Konflikte mit Fuß- und Spaziergängern sollen unterbunden werden.

Gerade in diesem Punkt hatten sich die Laurensberger beschwert, weil sie den Alten Bahndamm als grüne Idylle zum Spazierengehen ansehen.

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