Radrennen: Kein Fußball, aber genauso spannend

Von: Katharina Redanz
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Rasante Fahrt auf historischem Pflaster: Das mittlerweile 41. Rennen „Rund um Dom und Rathaus“ zeigte wieder erstklassigen Sport. Foto: Andreas Steindl
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Fußballfans: Manfred Engelen und Angelika Sittarz schauten vor dem Viertelfinale bei den Radrennfahrern vorbei. Foto: Andreas Steindl
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Wetterfester Logenplatz: Wie hier an der Schmiedstraße feuerten die Fans die Fahrer entlang der Strecke an. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nach der Hälfte des Rennens war der Reifen platt – „und ein Ersatzlaufrad hatte ich leider nicht dabei“, erzählte der Radrennfahrer Stephan Meier. So musste er den Rest des Amateurrennens als Zuschauer betrachten, „aber auch da gibt es Schlimmeres, das hier ist ja wirklich ein schönes Rennen“, so der 28-Jährige, begeistert von dem Kurs durch die Innenstadt und dem Aachener Publikum.

Am frühen Samstagabend fand das von der Aachener Bank unterstützte Radrennen „Rund um Dom und Rathaus“ statt. Zum 41. Mal setzten sich im Amateur- und einem Profirennen insgesamt über 70 gemeldete Starter in den Sattel, um auf hartem Kopfsteinpflaster durch die Altstadt zu brettern – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 40 Stundenkilometern bei den Profis.

„Wer aus der Region kommt und richtig Fahrrad fahren kann, ist heute hier dabei“, sagte Guido Diefenthal, Vorsitzender des ausrichtenden Aachener Radsportvereins RC Zugvogel 09, schließlich sei das Radrennen mittlerweile ein absoluter Klassiker. So kämen die Starter nicht nur aus der Region, sondern auch aus dem Kölner Raum und dem Ruhrgebiet.

Gar aus Australien war in diesem Jahr ein Starter dabei. „Er trainiert aber sonst in Belgien und ist nicht extra vom anderen Ende der Welt angereist“, gab Diefenthal zu. Die wegen des Kopfsteinpflasters und der Steigungen sehr anspruchsvolle Strecke, das Flair in der Altstadt, aber vor allem die Atmosphäre und Stimmung entlang der abgesperrten Strecke machten das Rennen in Aachen zu einem ganz besonderen, so Diefenthal.

Das auch an diesem Samstagabend, an dem die ganze Stadt einem anderen Sportereignis entgegenfieberte: Dem Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft, in dem Deutschland und Italien aufeinandertrafen. So standen beispielsweise Angelika Sittarz und Manfred Engelen in voller Fußball-Fan-Montur an der Strecke und feuerten die Radfahrer an.

„Wir wollten zum Fußballgucken in die Stadt, und da sind wir einfach schon ein bisschen früher gekommen, um auch beim Radrennen dabei zu sein“, so Angelika Sittarz. „Ich finde es schön, dass es mitten durch die Altstadt geht“, sagte die Aachenerin – mit kurzer Unterbrechung, um die vorbeirauschenden Fahrer zu bejubeln. Sie selber aber fahre nur in Holland Fahrrad – da sei das mit dem Verkehr besser geregelt und vor allem gebe es nicht so viele Berge wie in Aachen.

Aachener Berge

Gerade die Aachener Berge hingegen reizen die Amateure Stephan Meier und Tobi Böll. Beide starteten zum ersten Mal beim Klassiker „Rund um Dom und Rathaus“: „Freunde haben uns erzählt, dass sich das Rennen hier in Aachen lohnt“, erzählte Böll, „die Strecke sei eine Herausforderung und die Atmosphäre einmalig.“

In der Tat habe sich beides bestätigt, waren die zwei sich nach dem Rennen einig. „Ich habe mich als allerletzter ins Ziel gerettet und wurde trotzdem vom Publikum angefeuert wie selten bei einem Rennen“, so Böll – der damit gleichzeitig zugibt, dass die Strecke eine Herausforderung war.

Gleiches gilt für Stephan Meier: „Es ist das anspruchsvollste Rennen was ich je gefahren bin und in diesem Jahr auf jeden Fall auch das mit der besten Atmosphäre.“ Und das, obwohl für ihn schon nach rund 20 Runden Schluss war. „Ist aber halb so wild“, so Meier, „ich habe den Rest des Rennens als Zuschauer verfolgt und dann das Profi-Rennen hier in toller Kulisse – was will man mehr.“

Nächstes Jahr kommen die beiden definitiv wieder. „Und dann mit Ersatzlaufrad“, fügte Meier lachend hinzu.

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