Radler werden zur Kasse gebeten

Von: Birgit Broecheler
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Einmal absteigen, bitte!: Die Polizei hat im Stadtgebiet zahlreiche Fahrradfahrer kontrolliert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Fast 300 Radler und Autofahrer mussten am Freitag tief in ihre Geldbörsen greifen – aus gutem Grund: Die Polizei hatte sie gestoppt, weil sie Verkehrszeichen missachteten, während des Fahrens telefonierten oder sich beim Abbiegen falsch verhielten.

Zwischen 8 und 19 Uhr kontrollierten rund 90 Beamte der Polizei an den sechs Gefahrenbereichen Box-, Kapuziner- und Löhergraben sowie an Junker-, Goethe- und der Trierer Straße in Brand den Verkehr und winkten sündige Radler und Autofahrer an den Rand. Am Ende erhielten allein 172 Pkw-Fahrer ein Bußgeld – in den meisten Fällen, weil sie die Geschwindigkeit überschritten hatten. Die Radfahrer fielen den Polizisten hingegen vor allem auf Gehwegen und beim Abbiegen negativ auf. Mehr als 120 Verwarngelder hagelte es für sie, 70 verkehrserzieherische Gespräche wurden geführt.

Grund für die groß angelegten Polizeikontrollen war eine Auswertung der letzten fünf Jahre, der zufolge insgesamt zehn Tote, 282 Schwerverletzte und mehr als 1700 leicht verletzte Radfahrer und Fußgänger in Aachen zu beklagen waren. Diesen negativen Trend will die Polizei mit gezielten Maßnahmen stoppen.

„Wir müssen bei den Radfahrern mittlerweile repressiv arbeiten“, sagt Bernd Kleefisch, Leiter der Direktion Verkehr, in Anspielung auf die Verwarnungsgelder. „Denn die Entwicklung der Unfallzahlen ist insgesamt dramatisch.“ Allein im vergangenen Jahr habe es in Aachen 50 Prozent mehr schwere Unfälle mit Radfahrern gegeben als noch ein Jahr zuvor, so Kleefisch.

Mehr als 40 Fußgänger, die von der Polizei bei Verstößen gegen die Verkehrsordnung ertappt wurden, kamen diesmal noch mit dem Schrecken oder vielmehr mit einer mündlichen Verwarnung davon. „Aber das kann im nächsten Jahr anders sein“, meint Direktionsleiter Kleefisch. „Vielleicht müssen wir dann auch in diesem Bereich mit Bußgeldern arbeiten.“

Weitere Aktionstage will die Polizei in Zusammenarbeit mit anderen Verkehrs- und Sicherheitsunternehmen durchführen. Angedacht ist dabei auch, Unfälle mit einem Dummy nachzustellen.

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