Radler müssen zu Fuß durch Burtscheid

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Auch nachts müssen die Radfahrer in Burtscheid weiterhin schieben: Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte hat abgelehnt, die Fußgängerzone in Burtscheid für Radfahrer freizugeben. Den entsprechenden Antrag hatte eine Bürgerin bereits im Januar diesen Jahres gestellt.

Der daraus entwickelte Vorschlag der Verwaltung war auf vehementen Widerstand innerhalb der Burtscheider Bevölkerung gestoßen. So wurde auch die Variante, das Radfahren auf dem Markt nur nachts zwischen 20 Uhr und 8 Uhr zu erlauben, von der Bezirksvertretung mit großer Mehrheit abgelehnt.

„Burtscheid ist das letzte intake Kurgebiet in Aachen. Und das sollten wir auch mit allen Mitteln verteidigen”, sagt Marlies Diepelt (SPD) und geht so auf die Bedenken ein, die besonders auch von Seiten der Burtscheider Interessen Gemeinschaft geäußert worden waren.

Rüpelhafte Radfahrer

Auch bei der Bürgersprechstunde zu Beginn der Sitzung der Bezirksvertretung waren die Radfahrer das Thema. Rüpelhaft und viel zu schnell kurvten die Radler trotz des bisher geltenden Verbots zwischen Kinderwagen, Senioren und Kurgästen mit Gehhilfen durch die gut besuchte Fußgängerzone, so die Klage. Für die Fußgänger sei das eine Bedrohung und ein zu großes Risiko.

Zwar verteidigte die Verwaltung ihren Vorschlag als wesentlichen Bestandtteil einer fahrradfreundlich Stadt Aachen, aber weder dies, noch der Hinweis, dass es laut Polizestatistik trotz der unberechtigt fahrenden Radlern nicht zu nennenswerten Unfällen gekommen sei, konnten überzeugen.

Lieber Verbot als Zugeständnis

So stimmten die Bezirksvertreter gegen eine nächtliche Freigabe des Markts und gaben gleichzeitig dem Mobilitätsausschuss die Empfehlung, dies auch für den Bereich Kapellenstraße zwischen Viehofstraße und Abteiplatz abzulehnen.

Für Schwarz-Grün erschien eine Änderung der Verkehrsführung zum jetzigen Zeitpunkt schlicht ungünstig, da demnächst ein neues Verkehrskonzept für die Burtscheider Innenstadt entwickelt werde. Deshalb sei man gegen Einzellösungen im Vorfeld. Außerdem seien die Vertreter der CDU gegen eine nächtliche Freigabe des Marktes, weil der Kurbetrieb nicht erst um neun Uhr morgens anfange, wie Marianne Conradt (CDU) betonte.

Auch die SPD sah in einer solchen temporären Regelung keine geeignete Lösung. „Eigentlich sollten sich Verkehrsteilnehmer miteinander arrangieren, aber das klappt oft nicht. Dann ist es immer noch einfacher, wenn man rücksichtslos Radfahrern mit einem generellen Verbot begegnen kann”, sagt Lilli Philippen (SPD).
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