Rad-AG ist kein Zukunftswunsch mehr

Von: Laura Knops
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Ein Spielchen zur Einweihung:
Ein Spielchen zur Einweihung: Vanessa, Dr. Hans-H. Kasten (RC Aachen-Frankenburg), Willi Braun (RC Monschau-Nordeifel) und Tamara testen sofort das neue Kicker. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Gewalt, Verlassen des Schulgeländes oder Rauchen auf dem Schulhof - auch so sieht für manche Schüler eine „normale” Pause aus.

Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, bietet die Schule am Kennedypark ihren Schülern seit einigen Jahren ein umfangreiches Pausenangebot an Fußball, Handball oder Brettspielen - ganz unter dem Motto „bewegte Pause”. „Wir haben diese Projekte ins Leben gerufen, damit die Kinder und Jugendlichen lernen, sich konstruktiv mit etwas zu beschäftigen und körperlich aktiv zu sein. Man bemerkt schnell, dass sie mit einem viel positiveren Gefühl in den Unterricht kommen”, erzählt der stellvertretende Schulleiter Edgar Lederer. „Kleinere Kinder spielen ganz harmonisch mit den größeren, stellen sich selbst ihre Spielregeln auf, powern sich aus und das ganz konfliktfrei.”

Ein weiteres Highlight ist die Fahrrad AG, die vor ungefähr zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. Unter der Aufsicht von Schulleiter Stefan Jannes lernen fünf Schüler während des Nachmittagunterrichts Reparaturarbeiten an eigenen Fahrrädern selbst zu erledigen. Auch bieten sie einen Service für schulfremde Räder an.

Selbstverständlich ist Fahrradfahren für die Schüler nicht - viele von ihnen besitzen kein eigenes Rad und haben nie gelernt zu fahren. Eigene Räder zum Üben besaß die Schule bisher keine - das hat sich jetzt geändert. Dank einer großzügigen Spende von etwa 3000 Euro der sechs Aachener Rotary Clubs wurden ein neuer Tischkicker für den Schulhof und fünf Fahrräder angeschafft. Mit viel Eifer hatten die Rotary Clubs während eines Golfturnieres gemeinsam Spenden bei Teilnehmern und Sponsoren gesammelt. „Wir unterstützen schon seit geraumer Zeit verschiedene Förderschulen in Aachen, weil wir einfach festgestellt haben, dass diese unsere Hilfe besonders gut gebrauchen können. Umso mehr freut es uns, dass unsere Spende so gut verwendet wurde”, sagt Dr. Hans Kasten, Vertreter des Rotary Clubs Aachen-Frankenburg. Zusammen mit dem Vertreter des RC Monschau-Nordeifel, Willi Braun übergab er die Spende an die Schule.

Im Rahmen des regulären Unterrichts können die Schüler der 8. bis 10. Klasse mit den Mountainbikes im geschützten Rahmen und in der näheren Schulumgebung ihre Mobilitätserfahrungen erweitern. Durch die Arbeit gelingt es auch den schwierigsten Schülern einen Zugang zum Lernen zu finden.

Das Fahrrad und die Technik sind aber ebenso Teil eines Berufvorbereitungskonzeptes. Um die schlechten Perspektiven, verursacht durch die schlechteren Abschlüsse, auszugleichen, wird an der Schule am Kennedypark großer Wert auf gute Vorbereitung gelegt. So gehört es schon zur Unterstufe, verschiedene Handwerksbereiche kennen zu lernen, selber zu arbeiten und auch zu lernen, was es heißt sein eigenes Geld zu verdienen. Dabei durchlaufen die Schüler alle Bereiche einer Firma - vom Arbeitnehmer bis zur Führungsposition. In den älteren Jahrgängen gehen die Schüler kontinuierlich das ganze Jahr in die Betriebe und können somit gute Erfahrungen sammeln.

Eine Fahrrad AG als Projekt für die Zukunft - in der Schule am Kennedypark ist das Dank großzügiger Spenden kein Zukunftswunsch mehr, sondern Gegenwart.
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