Quintett will Alemannia auf Kurs bringen

Von: Hans-Peter Leisten
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Wollen als integrative Kraft für Ruhe bei Alemannia Aachen sorgen: Dr. Christoph Terbrack, Dr. Alfred Nachtsheim und Michael Leers (von links). Verhindert bei der Vorstellung waren Klaus Dieter Wolf und Dr. Karl-Theo Strepp, die das Kandidaten-Quintett komplettieren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die fünf Kandidaten für das kommende Alemannia-Präsidium sind am Freitagmittag offiziell vorgestellt worden, nachdem der Verwaltungsrat als zuständiges Gremium die Nominierung vorgenommen hat.

Erleichterung war zunächst nur unterschwellig spürbar, als Hubert Herwartz zur Begrüßung ansetzte. Der Vorsitzende des Alemannia-Verwaltungsrates nahm bezeichnenderweise direkt Bezug auf die letzte Jahreshauptversammlung, bei der der Präsidenten-Kandidat Günter Reinartz Schiffbruch erlitt.

Das soll jetzt unter allen Umständen vermieden werden, und so betonte Herwartz: „Wir haben viele Gespräche geführt und sind sicher, dass wir ein Team gefunden haben, das erstens sein Amt gut ausüben wird und zweitens die Gräben zwischen der Führung des Vereins und Teilen der Mitglieder und Fans überwinden kann.”

Das Team ist gefunden und wurde am Freitag der Öffentlichkeit präsentiert. Und mit seiner Einleitung nannte Herwartz zugleich entscheidende Eckpunkte für das mögliche Alemannia-Präsidium.

Am 3. November wird ein Quintett um das Vertrauen des Souveräns, der Mitgliedschaft, werben. Wie die AZ bereits exklusiv berichtete: Präsident soll der Hals-, Nasen-Ohrenarzt Dr. Alfred Nachtsheim werden. Er ist 46 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder, lebt seit 1986 in Aachen und geht seither zum Tivoli.

Zweiter Neuling ist der Notar Dr. Christoph Terbrack. Er ist gerade 40 Jahre alt geworden, ebenfalls verheiratet und Vater dreier Kinder. Seit 2002 lebt er in Aachen und ist seither regelmäßiger Alemannia-Besucher. Seine Funktion soll die des Beisitzers sein.

Genau wie bei Michael Leers, Ingenieur am Fraunhofer-Institut, Familienvater und 37 Jahre alt. Er wollte bereits unter Reinartz ins Präsidium. Sein Schwerpunkt soll die Interessen-Vertretung der Abteilungen sein. Soweit die „Neuen”.

Bereits seit 2006 im Präsidium sind Klaus Dieter Wolf (65) und Dr. Karl-Theo Strepp (60). Der Kommunalpolitiker, Diplom-Betriebswirt und frühere Prokurist Wolf ist für das Amt des Vize-Präsidenten vorgesehen.

Strepp, lange als erfolgreicher Unternehmer in der Papierbranche tätig, ist Kandidat für das Amt des Schatzmeisters im Präsidium. Er würde Franz-Wilhelm Hilgers beerben, der wieder in den Aufsichtsrat der Alemannia GmbH möchte. Künftig soll der Schatzmeister des Vereins dieses Amt nicht mehr zugleich in der GmbH ausüben.

Strepp und Wolf mussten aus privaten Gründen der Präsentation des Teams fern bleiben. Die drei neuen Kandidaten gaben sich vorsichtig optimistisch, teilweise gespannt, wie so eine Pressekonferenz wohl abläuft.

Rückendeckung gab es vorab vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Alemannia GmbH, Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden: „Wir sind optimistisch, großes Einvernehmen zu erzielen.”

Das Findungsverfahren sei im ständigen Kontakt mit den organisierten Fans erfolgt (siehe „Drei Fragen an”), auch wenn das Vorschlagsrecht beim Verwaltungsrat bleibe. Aber die Fans forderten ihr Mitspracherecht. Linden: „Die Kandidaten haben die Integrationskraft, das eine Schiff Alemannia auf einen Kurs hin zu einem Ziel zu bringen.” Alle seien ausgewiesene Persönlichkeiten und Alemannen.

Gerade letzteres Attribut wollten Nachtsheim, Leers und Terbrack unbedingt unterschreiben. Leers sieht seine Motive zur Kandidatur vor allem in der Vertretung der Abteilungsinteressen, und zwar aller Abteilungen.

Der potenzielle neue Präsident - regelmäßiger Stehplatzbesucher - bezeichnet sich selbst als integrative Figur, sieht bei vielen Fragen der künftigen Vereinsstruktur noch Gesprächsbedarf. Viele „konstruktive Gespräche” habe er aber bereits mit Fan-Vertretern geführt.

Als möglicher Alemannia-Präsident könnte er bald zu den prominentesten Personen dieser Stadt gehören: „Das nehme ich bewusst in Kauf. So wichtig ist mir die Alemannia.” Eine Blockabstimmung wie bei der letzten Jahreshauptversammlung gibt es übrigens nicht mehr, jeder Kandidat stellt sich einzeln.

Ihr Konzept wollen die Kandidaten detailliert auf der Mitgliederversammlung am 3. November den Fans präsentieren, sich selbst und erste Skizzen aber bereits am 5. Oktober, 19 Uhr im Presseraum der Alemannia im neuen Tivoli. Dieser soll 200 Besuchern Platz bieten. Der Tivoli wird in diesem Bereich vermutlich dann ausverkauft sein.
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