Aachen - „Pygmalion” schnell auf die Bretter gebracht

„Pygmalion” schnell auf die Bretter gebracht

Von: Anja Mertens
Letzte Aktualisierung:
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Großartige Teamleistung: In imposanter Geschwindigkeit wurde das Stück „Pygmalion” bis zur Premiere einstudiert. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Begeisterter Applaus vom Publikum; strahlende, stolze Gesichter der Jugendlichen auf der Bühne - zu Recht, denn sie haben Unglaubliches geleistet. Gerade einmal eine Woche hatten die 13- bis 18-Jährigen Zeit, ihre Texte zu lernen und George Bernard Shaws „Pygmalion” („My fair lady”) auf die Bretter zu bringen, die die Welt bedeuten.

Die Geschichte über das ungebildete Blumenmädchen Eliza Doolittle (Teresa Lübeck), das aufgrund einer Wette durch den arroganten Sprachwissenschaftler Henry Higgins (Maximilian Drehsen) sprachlich gesellschaftsfähig gemacht werden soll, eignete sich außergewöhnlich gut. Schließlich soll auch das Projekt „English Theatre for Teens” der Volkshochschule Aachen interessierten Schülern die englische Sprache spielerisch näher bringen.

Das gelungene und äußerst amüsante Ergebnis ist unter anderem zwei schottischen Ladies zu verdanken: der Regisseurin Rose McBain-Johnston und der Dramaturgin Helen Kemp. Die Aufgabe letzterer bestand vor allem darin, den Schülern den Text nahe zu bringen.

Acht Wochen lang hatten sie einmal wöchentlich „Pygmalion” gemeinsam gelesen und an Vokabular und Aussprache gefeilt. McBain-Johnstons Part begann, eine Woche vor Premiere frisch aus Schottland eingeflogen, mit der konkreten Bühnenarbeit - auswendig lernen, sich die Rolle zu eigen machen, eben alles, was das Schauspielern ausmacht.

Der Bühnen-Nachwuchs fühlte sich dabei gut aufgehoben. „Rose hat uns viel geholfen und dabei sehr professionell behandelt”, sagt die 17-jährige Siân Thomas, die als die Haushälterin Mrs Pearce glänzt. Als Halbengländerin sicher in der Sprache, reizte sie in erster Linie das Schauspiel. „Aber, dass es nachher so gut wird”, strahlt sie, „hätte ich nicht gedacht!” Auch für Raphael Fimm alias Colonel Pickering galt die Priorität nicht der englischen Sprache, sondern dem Theater.

„Es ist so schön zu sehen, wie begeistert die Teens sind und wie sie als Gruppe zusammenarbeiten” schwärmt die pädagogische Mitarbeiterin Fremdsprachen/Englisch der VHS, Heike Albert. Und all das, obwohl die Jungen und Mädchen nicht nur aus verschiedenen Schulen, sondern auch ganz unterschiedlichen Altersgruppen stammen.

Sie halfen sich nicht nur bei Texthängern, sondern auch bei anderen Problemen wie fehlenden Requisiten aus. McBain-Johnston und Kemp wissen, dass sie mit der Gruppe großes Glück gehabt haben. Ohne genau dieses Ensemble hätte es nicht so gut funktioniert.

So freut es besonders, dass die Schüler es gar nicht erwarten können, sich möglichst schnell an die nächste schauspielerische Herausforderung zu wagen. Dann hoffentlich mit mehr als nur zwei Aufführungen.
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