Putzlappenordnung bringt das starke Geschlecht zum Verzweifeln

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
theater brand
Wenn das vermeintlich starke Geschlecht als „Warmduscher” tituliert wird, dann kann das ganz schön stark am Ego kratzen. Doch sogar diese tiefe, seelische Verletzung kann noch übertroffen werden. Womit? Fragt sich der ohnehin in seiner Männlichkeit gekränkte Mann.

Brand. Wenn das vermeintlich starke Geschlecht als „Warmduscher” tituliert wird, dann kann das ganz schön stark am Ego kratzen. Doch sogar diese tiefe, seelische Verletzung kann noch übertroffen werden. Womit? Fragt sich der ohnehin in seiner Männlichkeit gekränkte Mann.

Da gibt es eine ganze Reihe, aber um nicht noch mehr blutende Wunden zu erzeugen, mögen diese Nettigkeiten genügen: „Babybrei-Rest-Esser”, oder „Namen-der-Ehefrau-Annehmer”, oder- vielleicht die größte aller Beleidigungen „Beifahrer.”

Doch echte Männer setzen sich mit ganz anderen Dingen auseinander. Mit Fußball zum Beispiel. Denn was gibt es schöneres, als einen sonnigen Samstagabend mit einem kühlen Bier vor dem Fernseher zu verbringen und das heiß erwartete Fußballspiel zu schauen? Das denkt jedenfalls „er”.

Dass „sie” jedoch vollkommen andere Pläne hat, interessiert ihn ungefähr so wenig, wie die Reihenfolge der Putzlappen, die sie fein säuberlich geordnet hat.

Das Zusammenleben von Mann und Frau ist eben nicht einfach. Davon konnte sich auch das Publikum im Theater Brand überzeugen. Mit der kabarettistischen Komödie „Candlelight und Liebestöter” aus der Feder von Sabine Misiory und Tom Müller kam sowohl das weibliche als auch das männliche Geschlecht voll und ganz auf seine Kosten. Denn jedes Vorurteil wurde mit viel Witz ausführlich diskutiert. Obwohl Vorurteil nicht ganz treffend ist, denn dass „sie” und „er" permanent aneinander vorbeireden, ist bittere Realität in Millionen von deutschen Haushalten.

Was sie aber verbindet: der Wunsch nach einem gemütlichen Abend. Er vor dem Fernseher, sie im Garten mit dem Blick Richtung Sonnenuntergang. Da prallen Welten aufeinander. Der ganz normale Alltag von Paaren ist mitunter eine wunderbar willkürliche Welt voller Missverständnisse und unausgesprochener Sehnsüchte.

Und da sich jeder in irgendeiner Art und Weise in den Dialogen von Anisha Cornips alias „Schatz” oder wahlweise „Maus” und David Oliver Gaiser, liebevoll „Hase” genannt, zogen sich die vielen Lacher und das beipflichtende Kopfnicken wie ein roter Faden durch das Stück.

Denn bekanntlich steckt in allen Vorurteilen ja auch ein Funken Wahrheit. Hier vielleicht auch ein ganz großer Funken. Das Publikum würdigte die brillanten Leistungen der beiden Darsteller mit langem Applaus, bevor auf der anschließenden Premierenfeier noch weiter über den kleinen Unterschied diskutiert wurde.
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