Pure Lebensfreude Afrikas mit den Händen erspüren

Von: Svenja Pesch
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Das Bild spricht für sich: Marcellin Rempe-Yao trommelte dank der Spende mit den Menschen der Lebenshilfe. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis Marcellin Rempe-Yao die Truppe mit seinem Temperament und seiner Lebensfreude angesteckt hatte. Auch wer anfangs noch etwas unbeholfen auf seine Trommel blickte, wurde von der allgemeinen Begeisterung mitgerissen. „Pssst, nicht so laut. Nicht, dass sich die Nachbarn beschweren“, sagte Hilde Orfeld, Öffentlichkeitsarbeitbeauftragte der Lebenshilfe, angesichts der Trommelklänge.

Aber wer sich durch pure afrikanische Lebensfreude in seiner Ruhe gestört fühlt, der muss die Atmosphäre einfach selbst miterleben und erkennen, dass Trommeln mit Krachmachen gar nichts zu tun hat. Unter dem Motto „Urlaub in Afrika – der Koffer bleibt zuhause“ konnten bei der Lebenshilfe Aachen Menschen mit Einschränkung an einem zweitägigen Urlaubsausflug teilnehmen. „Ende 2016 haben wir um Spenden für Menschen mit Behinderung gebeten. Viele kamen dem Aufruf nach. So auch die Firma G. Quadflieg, die unser Projekt mit 5000 Euro unterstützte“, betonte Orfeld.

Dank der großzügigen Spende konnten die 13 Workshop Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Handicap sich zwei Tage lang fühlen, als seien sie in Afrika. Dafür sind sie extra aus ihrer Wohngruppe in der Leipzigerstraße nach Brand in die Schagenstraße „gereist“. Hier wurde nicht nur gemeinsam getrommelt, getanzt und gesungen, sondern auch gekocht. „Brébré sopo grée seka ba“ kam mittags auf den Tisch.

Was das ist? „Gemüse in Erdnusssoße mit Reis. Das schmeckt wunderbar“, erklärte Rempe-Yao lachend, bevor er sich wieder seiner Trommel widmete und mit einem lauten „Eyo“ den ersten Takt trommelte. „Man sieht deutlich, dass die Gruppe wirklich Spaß hat.

Und das ist auch das Wichtigste“, betonte Judith Gundlach, Leiterin des Wohnverbandes Panneschopp. Und Hilde Orfeld fügte hinzu: „Es ist das erste Mal, dass wir einen Afrika-Workshop angeboten haben. Es geht natürlich darum, dass die Menschen bei dem Angebot einfach mitmachen können und sofort bei der Sache sind, denn solche Freizeitangebote sind wichtig für die Bewohner. Allerdings sind wir dabei immer auf Spenden angewiesen. Umso schöner, dass Quadflieg uns erneut unter die Arme gegriffen hat.“

Neben dem kleinen Ausflug nach Afrika bietet die Lebenshilfe noch weitere Freizeitaktivitäten an, wie beispielsweise Kinobesuche, Disco oder ein Frauenfrühstück. Auch eine Fußballmannschaft wird aktuell aufgebaut. Und wenn diese erstmals den Rasen betritt, werden sie vielleicht von lautem Trommeln begleitet.

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