Psychisch krank: Frau sticht zwei Männer nieder

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Aachen. Amanda D. hat am Donnerstag ihr Schweigen vor der 7. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht gebrochen. Die 36-Jährige gestand, am 20. Februar aus Ärger über das Leben und die momentanen Zustände zwei Männer niedergestochen zu haben, ihre Gründe dafür waren bislang nicht genau nachvollziehbar.

Weil die Angeklagte als psychisch krank gilt, hat die Kammer unter Vorsitz von Richter Matthias Quarch zunächst darüber zu entscheiden, ob sie dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht wird. Nichtsdestoweniger muss eine Beweisaufnahme stattfinden.

Sie ergab nach den ersten Einlassungen der zierlichen Frau, die mit einem Kopftuch neben ihrem Verteidiger Andreas Fleuster (Aachen) saß, dass ihre Motive kaum nachvollziehbar sind.

„Ich wollte den wegmachen“, berichtete sie zur zweiten Tat an jenem 20. Februar, als sie gegen 21 Uhr einen jungen Mann am Karlsgraben ohne jede Vorwarnung mit ihrem Messer von vorne niederstach. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie kurz zuvor in der Buslinie 21 nicht weit vor der Haltestelle Hansemannplatz einen 52-jährigen Mann angefallen, der schräg vor ihr im Bus saß und in seinem Handy Nachrichten las.

Das habe sie aufgeregt, wie er da so gesessen habe, berichtete sie. Sie stand damals auf, stach ihm ihr Messer von schräg vorne in die rechte Seite. Der 52-Jährige berichtete als Zeuge, dass er vorher rein gar nichts bemerkt habe, nur einen Schatten habe er gesehen. Dann war es auch schon geschehen. Der Mann musste im Klinikum notoperiert werden. Die Frau habe in der letzte Bankreihe gesessen und ein wenig „vor sich hin gemurmelt“, so der Zeuge in der Verhandlung. Dabei dachte er sich jedoch nichts Schlimmes, berichtete er.

Ausländerfeindliche Parole

Die Täterin floh aus dem Bus, verschwand in der Stadt. Das nächste Opfer habe sie angegriffen, „weil er Ausländer ist“, gestand sie dem Gericht völlig unverblümt. „Wenn ich schon den Deutschen verletzt habe und in den Knast muss, wollte ich wenigstens einen Ausländer wegmachen, das sollte ein Anschlag sein“, schilderte sie ihre Wirren Gedanken.

Eine junge Zeugin, eine 17-jährige Schülerin, hatte die Frau früher schon in der Buslinie 21 beobachtet. „Sie lief oft aufgeregt hin und her“, berichtete sie. Warum, habe man nicht erkennen können. Der Vertreter der Nebenklage beantragte sodann, den Anklagevorwurf auf „versuchten Mord“ zu erweitern und es nicht bei der „gefährlichen Köperverletzung“ zu belassen.

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