Aachen - Prügel in der Kreisliga C: Fußballspiel mit Folgen

Prügel in der Kreisliga C: Fußballspiel mit Folgen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen . Wenn im Profifußball die Fäuste fliegen, dann zumeist zwischen verfeindeten Fans. In den unteren Amateurklassen nehmen die Sache hin und wieder die Spieler selbst in die Hand. So war es am Donnerstagabend auch auf dem Sportplatz an der Adenauerallee, wo der heimische Burtscheider FC und die Gäste vom Universitätssportclub (USC) Aachen aufeinandertrafen. Ein Spiel mit Folgen – auch für die Polizei.

Denn die wird im Nachgang noch einiges mit der Aufarbeitung der Ereignisse an diesem Abend zu tun haben.

Auf dem Papier war die Partie eigentlich eine klare Angelegenheit. Denn in der Kreisliga C, Gruppe 1, kämpft der USC, beheimatet am Hasselholzer Weg im Aachener Südwesten, gerade um den Aufstieg und ist Tabellenführer. Der BFC hingegen steht im unteren Tabellendrittel mit einer Tordiffenrenz von knapp minus 100. Doch so klar war die Sache am Donnerstag eben nicht. Gerade einmal ein knappes 2:1 hatte sich der USC erarbeitet – bis zur 85. Minute. Dann ging alles drunter und drüber. Fäuste flogen, es wurde getreten, es gab eine Massenkeilerei und Tumult pur. Am Ende waren zwei Spieler verletzt, sechs Streifenwagen eilten zum Ort des Geschehens.

Als die ersten Wagen eintrafen, hatten die Gegner schon voneinander abgelassen. „Aber die Stimmung war wohl noch sehr aggressiv“, berichtete gestern Polizeisprecherin Iris Wüster. Was aber war geschehen? Das, so Wüster, muss jetzt akribisch aufgearbeitet werden, denn die Aussagen der Beteiligten und von Zeugen könnten widersprüchlicher nicht sein.

Nach ersten Erkenntnissen soll ein Spieler des USC einem Gegenspieler in besagter 85. Minute derbe verbale Beleidigungen entgegen geschleudert haben. Woraufhin der BFC-Spieler ausgerastet sei und zugeschlagen habe. Nun wiederum griffen offenbar mehrere USC-Spieler ein und auch andere Burtscheider mischten im weiteren Verlauf mit. In einem Fall soll es zum Beispiel einen Fußtritt gegen einen am Boden liegenden Gegner gegeben haben – was dann schon auf eine gefährliche Körperverletzung hinauslaufen würde. Aber war der Ablauf wirklich so?

Laut Wüster bestreitet der Beschuldigte die Beleidigung, die BFC-Leute hätten völlig ohne Grund plötzlich losgeschlagen. Für beide Versionen gibt es Zeugen aus Zuschauerreihen. „Wir müssen jetzt erst einmal alle Beteiligten befragen“, so die Polizeisprecherin. Insgesamt gibt es fünf Beschuldigte, von neun Personen wurden die Personalien aufgenommen. Vom Ergebnis der Ermittlungen dürfte dann wohl auch abhängen, wie der Fußballkreis die Partie letztlich wertet. Vermutlich wird die ganze Sache dann auch noch ein Nachspiel vor der Verbandsspruchkammer haben. Für den einen oder anderen könnte dies am Ende eine längere fußballfreie Zeit bedeuten.

Für einen Fußballer endete bereits dieser Abend völlig anders, als erwartet. Bei den Personalienfeststellungen fiel nämlich auf, dass der 25-Jährige wegen illegalen Aufenthalts in Deutschland von der Bundespolizei gesucht wurde. Er wurde festgenommen und dem Ausländeramt übergeben.

Der Schiedsrichter pfiff die Partie übrigens nicht mehr an, sondern brach sie auf anraten der Polizei offiziell ab. Die Polizei blieb noch vor Ort, bis alle USC-Sportler den Ort des Geschehens verlassen hatten.

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